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Missbrauch? Begrüßung

Verwirrt Erschöpft verletz

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33 Antworten in diesem Thema

#1
Neo12345

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Als ich im Jahr 2013 meine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger erfolgreich beendete, fand ich einen Job in einem Wohnheim für geistig und körperlich beeinträchtigte Menschen. Mit einer meiner Kolleginnen konnte ich mich oftmals über den Glauben an einen Gott (Christentum) austauschen. Zu dieser Zeit traf mich ein harter Schicksalsschlag, als meine Oma, die ebenfalls gläubig war, verstarb. Meine Kollegin fragte mich nach diesem Vorfall, ob ich persönlich denn an Gott glauben würde. Als ich ihre Frage bejahte, reagierte sie wie folgt darauf: Dies sei kein richtiger Glaube und sprach fortan über den Teufel, Dämonen, geistliche Verträge und geistliche Angriffe.

Aufgrund ihrer Erzählungen begann ich immer mehr Angst zu empfinden, doch meine Kollegin tat diese Angst als eine Tat des Teufels ab.

Ich beichtete ihr meine Ängste und gab ihr somit Einblick in meine emotionalen Zustände.

In dem Ort, an dem ich aufwuchs, gab es eine Friseurin, die mir des Öfteren die Haare geschnitten hatte, als ich ein Kind war. Diese Frau wurde von den Dorfbewohnern immer als eine Art „Hexe“ betitelt. ( die hat ein Buch geschrieben über Geister, was ich mal gelesen hatte.) Auch diesen Umstand teilte ich meiner Kollegin mit und sie nutze es, indem sie mir sagte, dass ich noch nicht zu Jesus gehöre. Dieser Satz löste in mir erneut Ängste aus. Nach und nach empfand ich immer mehr Ängste und es stellten sich mir immer wieder neue Fragen, ob die Aussagen meiner Kollegin nicht tatsächlich stimmen und all meine Ängste bewusst und gezielt von einer größeren Macht ausgelöst werden.

Da ich mit der Zeit immer eingeschüchterter und verwirrter wurde, wollte ich mich bewusst von dem Thema und den entsprechenden Fragen abwenden. Mein Glaube an Gott fing an zu schwinden und meine Kollegin fühlte, dass ich immer unsicherer wurde. Sie erzählte mir von einem bekannten Pfarrer, der mir angeblich helfen könne. Nach einiger Skepsis nahm ich Kontakt zu diesem Pfarrer auf und erhielt schon 2 Wochen später einen Termin. Mit meiner Kollegin und ihrem Mann fuhr ich dann zu diesem Pfarrer, der mir angeblich helfen sollte. In der Gruppe (Kollegin, ihr Mann, der Pfarrer, ich) erzählte ich erneut von meinen Ängsten und der angeblichen Hexe aus meinem Dorf. Nachdem ich fertig gesprochen habe, finden die 3 plötzlich an in fremden Sprachen zu beten. Die sich in mir aufbauende Angst unterdrückte ich in der Hoffnung, dass sich endlich alles zum Besseren wenden würde. Die gesamte Prozedur dauerte ca. 30 Minuten , mir liefen dabei die Tränen, weil ich wirklich dachte, jetzt wird mir geholfen.

Im direkten Anschluss meinten die 3, dass ich nun befreit wäre und fragten mich, ob ich mich bekehren möchte. Da ich nicht genau wusste, was ich nun tun soll, nickte ich nur stumm. Ich sollte anschließend 2 oder 3 Sätze wiederholen, was ich tat.

Im Laufe der Zeit fühlte ich mich zwar besser, aber meine Probleme blieben bestehen. Daher fing ich an einige Dinge zu hinterfragen, was jedoch extrem unerwünscht war.





Im Juni 2014 endete dann zusätzlich meine Beziehung zu meiner Freundin, erneute körperliche Beschwerden waren die Folge und ich rutschte immer tiefer in diese ominöse Glaubensgemeinschaft. Immer wieder habe ich in allem den Teufel gesehen und hatte ständig Konflikte im Kopf, weshalb meine Gedanken verrücktspielten.

In Hauskreisen wurde in Sprachen gebetet ( alle zusammen) und jeder hat immer was gesehen. Also den geistlichen Kampf geführt...

Mit der Zeit und den steigenden Zweifeln fing ich an, mich im Internet über diese Glaubensrichtung zu belesen. Ich fand verschiedene Berichte, die meinen Geschehnissen stark ähnelten. Auf einer Internetseite fand ich dann auch eine Art Definition für den Begriff „Sekte“ und diese Definition passte zu der Glaubensgruppe, der ich mich angeschlossen hatte. Die Tatsache, dass ich nun Mitglied in einer Sekte sei, löste in mir unheimliche Panik aus. Dies war der Zeitpunkt, ab dem alles bergab ging


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#2
Neo12345

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Der Pfarrer der bei mir 2 mal diesen Befreiungsdienst durchführte sah den Tod, eine Hexe, Illuminaten...
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#3
Kranich

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Hallo, Markus 12345,

du erzählst hier von vielen verschiedenen Dingen und Vorgängen, die man einzeln anschauen müsste. Hier nur ein paar wenige Gedanken von mir.

1. Weißt du denn mittlerweile, was eine Bekehrung ist, was sie ausmacht und was daraus folgt? (denn einfach mal nur drei Sätze nachsprechen, so läuft das nicht)

2. Verstehe ich das richtig: nur weil du bei einer Frau, die als "Hexe" bezeichnet wurde, die Haare geschnitten bekommen hast und mal ein Buch von der gelesen hast, sollst du schon unter einem dämonischen Bann gelandet sein? Halte ich doch für fragwürdig. Ich habe sogar schon mal Menschen mit dämonischen Bindungen erlebt, da ging es aber um so etwas wie regelmäßig und hingebungsvoll praktizierten Aberglaube oder esoterische Rituale.

3. Bist du denn nun in dieser Glaubensgemeinschaft/Sekte noch dabei?

4. Für mich hört sich das so an, als brauchtest du dringend ein bisschen Erdung. Es gibt da so ein paar Christenklassiker, die absolutes Schwarzbrot sind und bei denen man dann frohmachendes und stärkendes Evangelium erlebt, z.B. Spurgeon, Wilhelm Busch, Corrie ten Boom


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#4
Neo12345

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Hallo.

1. Was genau gehört denn dazu? Ich habe mich nochmal bekehrt bei meinem Pfarrer ( also nicht dieser aus dieser Gruppe) und bewusst mein Leben in Jesus Hände gegeben.

2. Ja, sie hat mir meinen Glauben abgesprochen und gemeint, ich würde dem Teufel angehören und Bindungen haben und wäre noch nicht befreit. Das alles hat natürlich Angst gemacht damals.

3. Nein, zum Glück nicht. Ich habe meine Arbeit damals gekündigt um weg von dieser kollegin zu kommen. Das war im Juli 2015! Habe keinen anderen Ausweg mehr gesehen, weil es mir körperlich, seelisch und psychisch so schlecht ging. Als ich ihr das damals gesagt habe, wie es mir geht, meinte sie... Ja Markus.. So ist das.. Du glaubst nicht genug und betest nicht genug. Du kannst dich gerne von Gott lossagen, ein schönes Leben hier führen, aber dann dienst du dem Teufel und landest in der Hölle.


4. Momentan kann ich mir wenig was angucken oder anhören. Das wäre zu viel und würde mich nur wieder unter Druck setzen.

Danke für deine Antwort erstmal!!!


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#5
Neo12345

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Die ganze Geschichte hat mein Glaubensbild und gottesbild total durcheinander gebracht. In dieser Gruppe ging es nur darum in Sprachen zu beten und irgendwas zu sehen. ( geistlichen Kampf zu führen ). Die haben immer ständig was gesehen. Drachen, Zwerge, hexen.. Keine Ahnung.. Und immer behauptet, ich bete und glaube nicht genug und deswegen hätte ich diese Angst ( obwohl die mir Angst gemacht haben) und meinten noch, Jesus wäre noch nicht in meinem Herzen!


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#6
Kranich

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Hallo,

 

schön, zu hören, dass du dann nochmal den Mut hattest, zu einem Pfarrer zu gehen und dort eine Lebensübergabe festzumachen. Das ist dann auch das, was ich unter Bekehrung verstehe: man entscheidet sich bewusst für ein Leben mit Jesus, man erkennt mit einem Mal, dass man ein sündiger Mensch ist und ohne ihn verloren wäre, und stellt sich dann auf seine Vergebung. Insofern: Gratuliere und willkommen im Club der "Kinder Gottes"

:D

Es schmerzt mich, zu hören, wie viele Ängste bei dir geschürt wurden. Konntest du sie denn schon wieder etwas loswerden? Oder plagen sie dich noch?

 

Ich habe im Laufe meines Christenlebens ziemlich viele Gemeinden ganz unterschiedlicher Prägungen und Schwerpunkt kennen gelernt, von konservativ bis charismatisch. In jeder Richtung gibt es gläubige Menschen und gute Gemeinden, die ernsthaft Jesus nachfolgen wollen und sich dabei auch ganz klar an der Bibel orientieren. Aber wenn ich Sätze höre wie "du betest nicht genug" oder "du glaubst nicht genug", dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Wenn das jetzt nur einzelne Gläubige sind, die so reden, dann kann man sich mit denen auseinander setzen. Sehr schwierig wird es, wenn eine ganze Gemeinschaft von diesen Gedanken befallen ist, in den meisten Fällen kann man davon ausgehen, dass hier geistliche Manipulation am Werk ist und sollte so schnell wie möglich das Weite suchen. Wie du es dann ja auch getan hast und das war sehr gesund!

Außerdem beschreibst du auch Dinge, die zu einem magischen Weltbild gehören und nicht zu einem christlichen, Drachen, Hexen, Illuminaten, mann, mann, mann.....

 

Kein Problem, wenn du nichts weiter lesen willst, kannst es dir ja für später mal merken :)( Sind aber wirklich nicht kritisch, Ehrenwort!, kannst dich ja mal informieren, unter anderem auch hier in dem Forum)

 

Liest du denn noch Bibel oder ist für dich auch das schwierig geworden?

Wenn du sagst, dass dein Glaubensbild und Gottesbild durcheinander gekommen ist, dann gehe ich davon aus, dass du schon ein geistliches Leben hattest, bevor du auf diese Gruppe gestoßen bist. Wie bist du denn auf Gott gestoßen? Durch diese Frau, oder schon vorher? Und was hat sich dann verändert? Wie denkst du denn jetzt über Gott?


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#7
Neo12345

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Danke für deine ausführliche Antwort und danke für dein Verständnis. Das ermutigt mich gerade sehr!!

Ja diesen Mut habe ich gefasst und es war wirklich schwer, weil ich zu dieser Zeit keinem mehr vertraut habe. Ich habe Buße getan. Habe eingesehen das gewisse Sachen echt falsch waren und ich diese eigentlich ungern wiederholen möchte und habe Jesus mein Leben übergeben! Will mich auch definitiv nochmal taufen lassen, weil ich als Baby getauft wurden bin und das habe ich gar nicht wahrgenommen. Für mich ist die Taufe dann einfach nochmal eine Bestätigung für mich selber.


Diese Kollegin und auch ihr Mann haben mich sehr unter Druck gesetzt. Ständig von Dämonen und geistlichen Sachen gesprochen. Und ich hätte Jesus einfach noch nicht in mein Herz gelassen. Sie saßen um mich herum, beteten wie wild in Sprachen und meinten dann, ich solle es auch tun, sonst würde das nix bringen. Der Teufel steht hinter mir und er wütet rum. Und alles solche Sachen... Also richtig krank gewesen.. Wie im schlechten Film.. Ich saß dann da ängstlich und habe dann 10 mal bestimmt gesagt... Jesus komm in mein Leben.. Aber voller Angst halt...


Ja kann sein, dass diese Leute magisches denken hatten. Ich habe davon ja keine Ahnung..
Der Pfarrer, der bei mir 2 mal diesen Befreiungsdienst durchgeführt hat, hat immer komische Sachen gesehen.
Ich war bei ihm, weil es mir so schlecht ging und meine Freundin mit mir Schluss gemacht hat. Das war 2014. Ich erzählte ihm das und meinte.. Ja die Trennung nimmt mich mit und ich kann auch nicht richtig essen.. Ich dachte Gott könnte jedes Problem beheben und ich bräuchte nur zu diesen Typen fahren...

Er meinte dann, ja wie jeder das verarbeitet, ist von jedem selbst abhängig. Fangen wir mal an zu beten... Er fing dann da an in Sprachen zu beten und rumzuposaunen. Er meinte... Oh.. Hier stand gerade eine Hexe im Raum... Der gefällt das gar nicht.... Hat dann weiter gebetet und meinte.... Er sieht den Tod..... Und ich wäre verflucht von einem Bauernzauber.... Alles solche Sachen... Das hat mir nur noch mehr Angst gemacht und ich war die nächsten Tage nur noch fertig..

Ich lese wieder in der Bibel.. Anfangs war das echt schwer.. Habe gezittert als ich drin lesen wollte oder hatte Bauchschmerzen... Oder ähnliches... Jetzt lese ich wieder drin und habe damit auch kein Problem. Auch wenn ich mich mega falsch fühle und nicht gut genug für Jesus... Ich sehe einen Gott der mich sofort bestraft für alles.. Wo ich keine Fehler machen darf.. Und ja... Ich weiss, dass Jesus der Sohn Gottes ist und für meine Sünden am Kreuz gestorben ist, aber meine Gedanken und Gefühle spielen verrückt, weil die erlebte Situation immer wieder hochkommt. Nicht mehr so oft, aber ich bin mir meines Heils nicht sicher, weil die mir das immer ausgeredet hat und ich immer gedacht habe, ich wäre verflucht, bessesen.. Nicht gut genug.. Hat mich alles verrückt gemacht.


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#8
Neo12345

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Es haben sich dann im Laufe der Zeit auch Gedanken gegen Jesus gerichtet, wo ich dann oft immer diese Angst hatte die Lästerung des heiligen Geistes zu begehen und habe ihm ständig um Vergebung gebeten, sich weil das gar nicht meine Gedanken sind, sondern es ist meine verletzte Seele, die hin und hergetrieben ist. Mir fehlt einfach die Sicherheit wirklich ein Kind Gottes zu sein und ob es ausreicht, so wie ich bin, weil für diese Kollegin habe ich ja anschneiend nie genug gemacht.


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#9
Kranich

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Du schreibst, du bist damals das erst Mal bei diesem Pastor gelandet (ich benutze diesen Ausdruck, weil ich vermute, dass es kein landeskirchlicher Pfarrer war, sondern ein Pastor einer Freikirche), weil du ein ganz konkretes Problem hattest und gehofft hast, dir würde jemand dabei helfen, es zu bewältigen.

Eins ist mir im Lauf der Zeit klar geworden: Gott schenkt einem manchmal ganz überraschend völlig Befreiung von schlechten Gedanken, Gefühlen, Verhaltensweisen. Aber meistens arbeitet er eher langsam. Warum? Weil er uns nicht nur befreien will, sondern auch unseren Charakter formen möchte und dazu muss er bei manchen Sachen an die Wurzel.

Also mal so ganz theoretisch auf dein Beispiel angewandt: wenn du so einen Kummer wegen deiner Freundin hattest, dann hätte dich ein kompetenter Seelsorger mit diesem Kummer erstmal ankommen lassen und dann mit dir zusammen versucht herauszufinden, ob es eine tiefere Ursache gibt (Angst vor Verlassenwerden aus der Kindheit z.B.) und wie du damit umgehen kannst. Das einfach wegzubeten, funktioniert manchmal, aber eher selten. (wie gesagt, nur eine theoretische Überlegung).

Der Faktor Zeit spielt also eine ganz große Rolle und so wird es auch bei dir eine Weile dauern, bis das Erlebte abebbt, es war ja immerhin eine Art Traumatisierung. Du kannst deiner eigenen Heilung helfen, indem du herausfindest, welche Erfahrungen du machen kannst, die diese schlechten Erlebnisse ersetzen können. Liebst du Musik, dann such die Lobpreismusik, die deinem Geschmack entspricht und höre sie, sind es alte Choräle, höre die, sind es Musikstücke, höre die.

Und falls du dich auch noch einmal sachlich damit auseinander setzen willst: es gibt ein sehr gutes Buch von Inge Tempelmann. Das heißt "Geistlicher Missbrauch" und beschäftigt sich sehr seriös mit solchen Dingen, wie dem, was auch dir passiert ist.

 

Hast du denn neben dieser Kollegin und ihrem Umfeld jemals einen länger andauernden Kontakt zu anderen Christen gehabt? Sie sind nicht alle so, weißt du! Wie du in meiner Vorstellung lesen kannst, bin ich überzeugter Gemeidegänger und möchte dich bitten: auch wenn du es jetzt noch nicht kannst, gib nicht alles auf, es gibt auch Christen da draußen, die ganz toll sind.

 

Gut, das du dich wieder an die Bibel rangetraut hast. Bleib dabei, das Wort Gottes heilt uns auch dann, wenn wir das gar nicht so bewusst wahrnehmen. Vielleicht solltest du hauptsächlich im Neuen Testament unterwegs sein, und dir die Stellen, in denen Gott als Richter auftritt für irgendwann später aufsparen. Hast du denn irgendeine Art von Plan oder Strategie, nach der du liest? Oder bist du der spontane Bibelaufschlagetyp?

 

Und vielleicht bete am Anfang vor jedem Lesen darum, dass Gott dir eine Sache zeigt, die für dich wichtig ist. Was ich z.B. schon oft erlebt habe, ist, dass Gott einem Bibelverse so richtig rausstechen lässt. Man liest eine Passage und plötzlich spricht einen etwas auf eine ganz tiefe, ganz berührende Weise an. Und wenn dir das passiert, dann nimm dir einen Zettel, schreib dir den Vers auf und häng ihn dir irgendwo hin, wo du ihn sehen kannst. Denn er ist so eine Art Geschenk von Gott für dich. Gibt es denn schon irgendeinen Satz, irgendeine Stelle, die dich berührt?

 

Es gibt ein paar Verheißungen in der Bibel, die für Menschen gelten, die sich bekehrt haben. Lies doch mal 2. Kor. 5, 17-18, Joh. 10, 28, Röm. 8, 38-39 und noch vieles mehr.

Denn eins ist ganz klar: Nichts kann dich aus seiner Hand reißen. Er hat Anspruch auf dich erhoben, du gehörst jetzt zu ihm und zwar auch in der Ewigkeit!

 

Und noch eins: die Sache mit der Sünde gegen den Heiligen Geist. Als ich mal damit so gekämpft habe, hat mir meine damalige Hauskreisleiterin gesagt: wenn du Angst hast, die Sünde wider den heiligen Geist zu begehen, dann kannst du sie gar nicht begehen. Zu diesem Thema gibt es ja verschiedene Auslegungen. Mich hat bisher am meisten überzeugt, dass man dann diese Sünde begeht, wenn man eine bewusste Bekehrung erlebt hat, weiß, dass es Gott gibt, eine Beziehung zu ihm hat und das Wirken des Heiligen Geistes erlebt hat und sich dann ganz bewusst davon abwendet und eine ganz bewusste Entscheidung trifft, das alles wegzuwerfen. Weiß ich jetzt aber nicht, ob ich da theologisch richtig liege.....


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#10
Neo12345

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Leider hat dieser Pfarrer in der Landeskirche gearbeitet! Das wusste ich aber erst später. Er hat aber viele Gemeinden unter sich und macht da so sein eigenes Ding anscheinend. Also auch Freikirche.

Mir ist bewusst, dass das Zeit braucht. Die Sache konnte ich auch verarbeiten mit der Freundin. Darum geht es ja auch gar nicht. Ich war da schon in diesem Denken drin was die mir eingetrichtert haben.
Hatte auch 4 CDs mit predigten Zuhause liegen, wo es um das sprachengebet geht und wenn man das nicht hat, dann hat man den geistlichen TOD und solche Sachen. Auf diesen CDs ging es auch 1000 mal um den Teufel. Da wurden dann auch Sachen über Zwerge, Dämonen, hexen, Nixen erzählt! Also komische Sachen.


Eine Stelle in der Bibel gefällt mir nach dieser ganzen Sache ganz gut und zwar.. Lasst euch nicht wieder in die Knechthaft ziehen. Steht im Kolosser 2 Vers 20-23 glaub ich.

Und das haben die Leute gemacht. Und mir mehr Lasten auferlegt. Ich habe einen guten Seelsorger. War jetzt auch 3 Monate in stationärer Therapie.
Die Zeit hat mir sehr gut getan. War ein christliches Krankenhaus. Aber mich beschäftigt dieses Thema natürlich immer noch sehr. Ich finde es einfach nicht richtig, was die gemacht haben und bin froh, dass ich das irgendwie wieder rausgekommen bin.
Lese momentan spontan in der Bibel und schlage irgendwas auf und suche mir dann was raus.

Lobpreis Musik mag ich ja.
Und zu anderen Christen hatte ich in der Zeit kein wirklichen Kontakt. Kenne welche, denen ich auch diese Geschichte erzählt habe und sie waren alle erschrocken darüber was ich durchlebt habe...


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#11
Rolf

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Lieber Markus,

 

ich gehe davon aus, dass du in einer extremcharismatischen Gemeinde gelandet bist und dort das erlebt hast, was wir klassisch "Geistlicher Missbrauch" nennen. Im Wesentlichen sind Dir Dinge vermittert worden, die nicht biblisch sind. Wenngleich Teufel und Dämonen durchaus real sind, so ist doch der Umgang den diese Frau mit Dir pflegte eine geistliche Katastrophe. Anstatt Dich zu ermutigen auf Jesus zu schauen, hat sie Dir den Teufel groß gemacht und Dich grundlos geängstigt. Sofern Du Jesus aufrichtig Dein Leben gegeben hast, bist Du durch den Heiligen Geist versiegelt und brauchst Dich vor den Mächten der Finsternis nicht zu fürchten, solange du selbst keine Okkultsünden begehst. Insofern kannst Du aufatmen. Auch diese Friseurin kann Dir überhaupt nichts anhaben. Selbst wenn an den Gerüchten etwas dran sein sollte dass diese Frau mit Hexerei zu tun hat, so kann doch nicht ohne weiteres etwas Negatives auf Dich übergehen. Du müsstest Dich schon willentlich auf ihre Praktiken einlassen. Das Dich das ganze eingeschüchtert hat ist bedauerlich, aber das Einzige was passiert ist, ist die Tatsache, dass man Dich mit pseudoreligiösen Behauptungen manipuliert hat.

 

Wenn Jesus frei macht, dann macht er uns ganz frei. Im Römerbrief Kap. 8 kannst Du lesen das nichts, weder Hohes noch Tiefes, weder Fürstentümer noch Gewalten, Dich von Gottes Liebe zu Dir trennen kann. Auch die Behauptungen, Du würdest nicht genug glauben oder falsch beten sind allenfalls als sektiererische Manipulation einzustufen. Was Du brauchst ist, dass Du Jesus von ganzem Herzen vertraust, nicht alles glaubst was Menschen behaupten und eine gesunde Gemeinde findest wo Du geistlich wachsen kannst. Lass Dir nicht einreden, Du würdest vom Teufel sein und dämonische Bindungen haben. Auf diese Weise werden Menschen gequält und abhängig gemacht. Was Dir da erzählt wurde ist eine Gemeinheit.

 

Lass Dir nicht einreden, Du hättest die Sünde wider den Heiligen Geist begangen. Als Jesus sagte, diese Sünde kann nicht vergeben werden, sprach er zu den Pharisäern, die das Wort Gottes kannten und lehrten und Jesus trotzem einen dämonischen Geist vorwarfen. Es waren die theologisch Gelehrten, die den Heiligen Geist lästerten. Zu dieser Personengruppe gehörst Du nicht und es gibt keine Veranlassung, sich zu fürchten.

 

Wenn Du heute noch in dieser "Gemeinde" bist, dann gehe da sofort raus. Diese Lehren schädigen Menschen. Auch was da im sog. "Befreiungsdienst" durch den "Pastor" der offenbar theologisch nicht ausgebildet ist geschah, kannst Du getrost vergessen. Lies bitte diese beiden Aufsätze von mir um einen geistlichen Einblick zu bekommen, was die Bibel über Okkultismus und Okkultseelsorge wirklich sagt:

 

http://irrglaube-und...r-bibel-teil-4/

 

http://irrglaube-und...r-bibel-teil-5/

 

 

Ich wünsche Dir den Frieden und den Segen Gottes

 

Rolf


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#12
Neo12345

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Hallo Rolf, danke für deine Antwort!

Ich habe ja dieses Buch genommen und sie gab mir mal eine kleine Flasche mit mondwasser oder so und einen zettel mit. Habe diese Sachen aber in die Tonne geschmissen. Ich war damals 17 oder so. Jetzt bin ich 23.

Diese charismatische Gruppe hat mich echt krank gemacht mit dem Glauben. Diese Angst haben sie natürlich auf den Teufel geschoben, der mich nur davon abbringen will denen weiter zu folgen. Habe natürlich nach der Sache nach Hilfe gesucht und wusste gar nicht mehr weiter und habe mich auf eine Heilpraktikerin eingelassen, die mir globulis verschrieben hat. ( Psychosomatische energetik) Ich habe diese eine Weile eingenommen. Aber auch weggeschmissen und mich bei meinem Seelsorger nochmal bewusst davon losgesagt. Ich wusste nicht, was ich da tat. Und ich möchte bestimmt auch nix mit okkulten Dingen zu tun haben. Mein Wunsch war es einfach zu Gott zu gehören, nur diese Kollegin hat mich echt krank gemacht. Bin ja zum Glück da raus, nur diese Gedanken an diese ganze Sache sind halt öfter noch da und meine innere Angst. Ich muss lernen Jesus wieder neu zu vetrauen und den Glauben neukennenlernen. Danke euch für eure lieben Worte! Würde mich über weitere antworten von euch freuen!


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#13
Neo12345

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Danke für deine Links! Habe es mir durchgelesen. Die haben mir nämlich auch immer eingeredet, meine Virfahren hätten noch Sünde und Gott verfolgt die ganze Sache bis ins 4 Glied und da sind noch zu viele Bindungen usw. Das hat nur noch mehr Angst gemacht... Mir ging es echt Scheisse zu der Zeit.. Hoffe meine Gedanken gegen Jesus zerstören die Beziehung nicht. Ich liebe Jesus und ich dachte, ich müsste mich Opfern. Ich bin ja ziemlich weit gegangen, obwohl es mir so schlecht ging bis ich gemerkt habe, dass ich das nicht mehr kann und diese Kollegin mich eigentlich nur unter Druck setzt. Wenn ich immer irgendwas gefragt habe, hieß es immer, du bist ein Zweifler und du hinterfragst zu viel. Du musst glauben.


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#14
Kranich

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Naja, kein Wunder, dass sie keine Fragen wollten, dann müssten sie ja selbst mal drüber nachdenken, was sie da eigentlich verzapfen. Ich habe bei solchen Leuten festgestellt, dass man bei ein bisschen Nachfragen ganz schnell auf ziemlich wenig gutes Fundament stößt. Gerne werde auch mal Bibelstellen komplett falsch zitiert und wenn man nachliest, oder den Zusammenhang anschaut, dann steht da was ganz anderes.

Beispiel: Manipulative Pastoren verwenden gern den Ausdruck "Taste den Gesalbten des Herrn nicht an!", wenn man ihre Autorität in Frage stellt (genauso erlebt in meiner eigenen Gemeinde! zum Glück haben sich die Ältesten nicht davon einschüchtern lassen!). Dabei kommt diese Stelle aus der Situation als David Saul in den Höhlen töten könnte und er seine Männer mit diesen Worten davon abhält. d.h. wer diese Stelle zitiert setzt sich automatisch mit König Saul (einem von Gott gesalbten König) gleich...ganz davon abgesehen, dass die Situation eine komplett andere ist und das darf man schon sehr in Frage stellen.

 

Gesunde Christen halten auch Zweifler und Fragen aus, denn sie erfahren das nicht als Angriff auf sich selbst, sondern können darauf vertrauen, dass Gott seinen Weg mit Menschen geht. Das einzige, woran du eher nicht zu zweifeln brauchst, ist deine Gotteskindschaft und dein Errettetsein :)

 

Sorry, falls ich dir damit auf die Nerven gehe, aber ich frage trotzdem nochmal nach, auch weil Rolf das mit der gesunden Gemeinde ebenfalls erwähnt hat: kannst du dir denn vorstellen, dich irgendwo anzudocken, sei es an einer Gemeinde oder einem Hauskreis? Oder sind da deine Ängste noch zu groß?

Wir können dich auch bisschen beraten, woran du Christen erkennst, bei denen du nicht mit so Kram rechnen musst.

 

Wobei ich fast glaube, dass du da selbst ein besserer Spezialist bist, als ich, schließlich weißt du mittlerweile leider aus eigener Erfahrung, wie Leute so drauf sein können.


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#15
Neo12345

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Ja, ich bin in meinem Ort in der Kirche und mein Pfarrer hat mich ja auch begleitet durch diese Zeit und mir diese Therapie geraten, die ich ja jetzt hinter mir habe. Wurde sogar in den Gemeindekirchenrat gewählt, aber davon habe ich noch nicht viel mitbekommen, weil ich ja so lange weg war. In die Kirche gehen war anfangs sehr schlimm für mich. Mir wurde schwindelig, schweißausbrüche, zittern usw.
Innere Angst ist natürlich immer noch etwas vorhanden.
Bist du dir sicher, dass ich daran nicht zweifeln muss? Weil diese Gedanken, die sich jetzt gegen den Glauben etwas richten, nerven mich ziemlich, weil ich nur Frieden mit Jesus haben möchte und trortdem kommt das. Bin einfach noch sehr verletzt, glaube Ich. Danke für eure lieben Worte!!!!! Bedeutet mir echt viel!


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#16
Kranich

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Okay, das ist ja super und auf jeden Fall schon ein ganz wichtiger Schritt, dass du dich schon bei euch in der Ortskirche einbringst. Und noch besser, dass es da einen Pfarrer gibt, der dich begleiten kann.

Ich bin mir sicher, wenn du weiter in der Kirche, in die Gottesdienste gehst, irgendwann wirst du richtig Freude dran haben, du wirst Dinge wieder genießen können und noch entspannter werden.

 

Also ja, ich bin mir sicher, dass du nicht zweifeln musst. Auch wenn das für dich jetzt vielleicht wieder alte Sache triggert: der Teufel freut sich nicht drüber, wenn du zu Jesus gehörst, also will er dich davon wegbringen. Er heißt nicht umsonst "Ankläger". Meine Erfahrung ist: diesen Gedanken gar nicht zu viel Raum geben, sondern ein deutliches "Stopp" aussprechen und dann etwas ganz anderes machen oder denken, ja, sogar Fernseh schauen hilft manchmal ;)  (Außer vielleicht Frauentausch, da wird einem gleich wieder ganz anders....)

 

Und auch noch ganz wichtig, aus eigener leidvoller Erfahrung: wir müssen uns regelrecht im Wort Gottes verankern. Nur durch Lesen in der Bibel und Gebet danach werden wir fähig, solchen Anfechtungen zu begegnen. Denn genau das sind diese Gedanken: Anfechtungen. Wir können da ganz gut von Jesus lernen. Er wurde ja in der Wüste vom Teufel versucht und bei jeder einzelnen Versuchung hat Jesus sich auf Gottes Wort gestellt und eine Aussage Gottes zitiert. Dann musste der Teufel von ihm weichen.

Diese Strategie können wir auch verwenden!

 

Noch eins zum Thema "Verletztsein". Wahrscheinlich wurde das in der Therapie oder durch diesen Pfarrer bereits angesprochen. Ein wichtiger Schritt für dich, um von der ganzen Sache wirklich frei zu werden, ist Vergebung. Klingt immer ziemlich simpel, aber schreib doch mal, ob du dir darüber schon Gedanken gemacht hast.


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#17
Neo12345

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Ich hoffe es, dass es mir irgendwann wieder leichter fällt. Im Moment verspüre ich einfach noch sehr viel Wut gegen das ganze und fühle mich verarscht, ausgenutzt und missbraucht. Diese ganzen Lügen, die ich geglaubt habe und die jetzt immer mehr zum Vorschein kommen. Ich habe das ja förmlich aufgenommen was die alles gesagt haben. Ich brauch auch einfach wieder ein anderes denkmuster. Den Glauben, den ich dort erlebt habe, war für mich zerstörerisch. Ich weiss, dass Jesus pure Liebe ist, aber meine verletzten Gefühle melden sich sofort. Hoffe das ändert nix an meine Beziehung zu ihm. Sage ihm auch, dass diese Gedanken mir leid tun und ich weiss, dass es nicht die Wahrheit ist, denn sein Wort ist beständig! Er ist der Sohn Gottes und das bekenne ich immer wieder. Ich muss einen Weg finden erstmal meiner Wut Raum zu geben um wirklich vergeben zu können. Das Thema wurde hier schon angesprochen und mein Pfarrer meinte auch, dass das irgendwann notwendig ist, sonst dreh ich mich im Kreis, aber dafür muss ich erstmal meinen verletzten Gefühlen Raum geben. Wir als Christen haben nämlich die Angewohnheit viel zu schnell zu vergeben. Vergebung ist ein Prozess, genau wie Heilung. Das dauert denke ich.
Diese STOP METHODE wurde mir hier auch gezeigt in Therapie und die soll ich auch anwenden, wenn sowas kommt. Irgendwann werden die Abstände grösser und weniger. Hoffe einfach, dass mein Leben wirklich in Jesus Händen ist, auch wenn diese schlimmen bösen Gedanken kommen. Amen! Danke für deine lieben Worte! Fühle mich hier richtig verstanden!!


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#18
Kranich

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Du hast schon recht, dass mit der Vergebung ist ein Prozess, aber man sollte nicht warten, mit diesem Prozess zu beginnen.

Es geht ja nicht darum, in so einer Art happyclappy Christsein mit Pseudoheiligenschein aller Welt ein Lächeln zu zeigen und zu sagen: "Ich habe ihnen vergeben", aber innerlich toben noch Stürme.

Für mich ist Vergebung am Anfang ein reiner Gehorsamsschritt und er hat zu Beginn meistens nichts mit Gefühlen zu tun. Jesus sagt zu uns: "Vergebt ihnen, so wie ich euch vergeben habe."

Ich spreche also bzpw. laut aus: "Ich vergebe XY für......" und dann hat sich in meinem Herzen erstmal nichts geändert. Wenn ich wieder an diese Person denken muss, spreche ich es wieder aus, laut oder leise und langsam verändere ich mich. Die Bindung und die Macht, die diese Personen über dich hatten und durch die vielen dunklen Gefühle immer noch haben, die wird durch Vergebung gebrochen und zwar nicht durch dich, sondern durch Jesus. Wenn du Menschen vergibst, begibst du dich ganz in den Einflussbereich von Jesus und dann schützt er dich. Die Folge: es quält dich nicht mehr so und irgendwann kommt das Gefühl dann auch hinterher.

 

Das sage ich nicht nur so aus der Theorie. Dieser schon mal oben erwähnte Pastor, den ich mal erlebt habe, dem musste ich auch vergeben und es hat furchtbar lange gedauert. Ich bin ihm seitdem nicht mehr wieder begegnet, aber wenn ich ihm wieder begegnen würde, weiß ich nicht, wie es mir gehen würde. Wahrscheinlich ging es mir gefühlsmäßig schlecht, aber ich weiß, dass ich ihm dann wieder vergeben muss und dann verliert er seine Macht, die er ja über mich hatte, da bin ich mir ganz sicher!

 

Und du hast schon recht: Christen erlauben sich oft die Wut nicht, das kenne ich sehr gut. Sie wird regelrecht weggedrückt und das soll natürlich nicht sein.

 

Ich habe übrigens in meine Spurgeon Andachtsbuch (der hat hier in diesem Forum auch einen extra Link, war ein Evangelist, der schon lange nicht mehr lebt, aber sehr viele gute, auch recht anspruchsvolle Sachen geschrieben hat) eine Textstelle gefunden, die ich dir zur Aufmunterung schreiben möchte (etwas antiquiertes Deutsch, aber trotzdem gut):

 

Zu "Ich sah das Lamm stehen auf dem Berge Zion" (Offenbarung 14,1)

Lieber Leser, sieh hier deine Wonne. Du hast hinaufgeblickt und das Lamm gesehen. Durch den Schleier deiner Tränen hindurch haben deine Augen das Lamm Gottes geschaut, das deine Sünden trägt.

Darum freue dich und sei fröhlich. Wenn nach einer kurzen Spanne Zeit die Tränen abgewischt sind von deinen Augen, wirst du das Lamm auf dem Thron erhöht erblicken. Es ist deines Herzens Wonne, täglich mit dem Heiland umzugehen. Im Himmel darfst du diese Wonne in vollerem und höherem Maße genießen. Du darfst dich weiden an dem unverhüllten Anblick seiner Gegenwart. Du darfst bei ihm sein ewiglich."

 

Schön daran festhalten -_-


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#19
Neo12345

Neo12345

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Du bist der Hammer!!!! Danke für deine ausführlichen Antworten jedesmal!!! Du ermutigst mich echt!

Ist das nachvollziehbar, dass ich so wütend bin? Mir kommt es halt so vor - ich wollte einfach nur glauben und durch diese Kollegin und diesem Kreis habe ich nur negatives erlebt und schlechte Erfahrungen gemacht und mich gefragt, wo ist das Gottes Liebe? Ist Gott wirklich so?

Darum habe ich die ganze zeit so ein schlechtes Bild von Jesus, obwohl ich weiss, dass er der Sohn Gottes ist. Aber gerade wegen diesem schlechten Bild und wegen diesen Gedanken habe ich Angst die Lästerung begangen zu haben. Weil ich ihn halt auch so negativ seh.
Kreislauf ist das. Ich habe heute den Entschluss gefasst denen zu vergeben und habe zum Vater gesagt. Ich bin bereit dafür, aber bitte versteh, wenn ich noch sauer bin. Denn diese Frau ist echt unmenschlich mit mir umgangen und hat totale Macht über mich gehabt.

Du hast recht mit dem was du sagst. Vergebung ist eine Willensentscheidung. Genau wie Liebe! Verliebt sein wäre was anderes. Aber Liebe ist beständig und es ist auch eine Entscheidung.

Wäre schön, wenn wir hier weiter kommunizieren könnten.


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#20
Kranich

Kranich

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So, da bin ich wieder, hat dieses Mal ein bisschen gedauert, war viel los.

Wie ist es dir denn in der Zwischenzeit ergangen? Konntest du ein bisschen Bibel lesen und bist vielleicht auf eine gute Sache gestoßen?

 

Ich kann gut nachvollziehen, wenn du schreibst, dass dein Bild von Jesus so negativ ist, denn schließlich hat so eine Art negative Bindung stattgefunden. Du bist immer wieder in Situationen rein gekommen, in denen der Kontakt mit Jesus mit dem Aufbau von Ängsten vor Verdammnis und nicht mit aufbauenden, ermutigenden Bildern verbunden wurde.

Ein bisschen ist das, als wäre da ein Programm auf deine Festplatte geschrieben worden und das muss jetzt halt wieder überschrieben werden.

Mir hilft da manchmal ein bisschen meine Vorstellungskraft. Eine Herausforderung für mich ist, dass ich Gott oft als jemanden sehe, der mich erziehen und ermahnen will. Seine Liebe tritt dann in den Hintergrund. Irgendwann habe ich mal angefangen, mir eine Art Spezialort vorzustellen, sozusagen meinen Idealort. Wenn ich einen Ort schaffen könnte, an dem ich mich wohlfühle, dann würde er so aussehen. Und dann habe ich mir vorgestellt, dass Jesus mich an diesem Ort besuchen kommt, sich neben mich setzt, leicht seinen Arm auf meine Schulter legt und ich ihm einfach erzähle, was mich bewegt und er hält mich aus. Ich bin eher ein visueller Typ, deswegen hilft mir dieses Bild.

Du kannst Gott auch ganz konkret bitten, dass er dich Einflüssen aussetzt, die deine Heilung beschleunigen und du kannst natürlich aktiv nach guten, gesunden Beziehungen in deinem Umfeld und besonders unter Christen suchen.

 

Super, dass du das mit der Vergebung gleich angefangen hast. Und jetzt dranbleiben, immer wenn die Gedanken kommen wollen, leise oder am besten laut aussprechen: "Herr, ich vergeben XY in deinem Namen."


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