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Zur Hölle noch mal? Heavy Metal im Gotteshaus


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Rolf

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Zur Hölle noch mal? Heavy Metal im Gotteshaus






von Jörg Holzapfel



Schlägt's jetzt 13? Rauhe Riffs und infernalische Stimmen statt lieblicher Choräle: Am 6. November steht in der Dorotheenkirche in Nortrup (Landkreis Osnabrück) die christliche Ordnung gewissermaßen wieder Kopf: Denn dort findet zum zweiten Mal ein Heavy-Metal-Gottesdienst statt. Und dafür haben sich die Teilnehmer und Organisatoren jetzt in der Kirche zu einer großen Probe getroffen.

Totentanz und Headbanging vor dem Altar

Sie sind ausnahmsweise mal im Auftrag des Herrn unterwegs: Statt stiller Andacht sorgt die Bramscher Band Solution Cycle am 6. November beim zweiten Heavy-Metal-Gottesdienst für krachende Klänge in der Nortruper Dorotheenkirche. Frontmann Rune Schohaus und Bassist Julius Ross stimmen sich schon mal ein.

Von wegen leere Kirchenbänke: Am 6. November wird die evangelische Kirche im Landkreis Osnabrück voraussichtlich gut besucht sein. Bei der Erstauflage des Heavy-Metal-Gottesdienstes waren alle Plätze mit 400 Gästen besetzt - ein voller Erfolg.

Unter der Leitung des Berufsschulpfarrers Uwe Brand gestalten 17 Pädagogik-Schüler der Berufsbildenden Schule Bersenbrück gemeinsam mit der Bramscher Band Solution Cycle nun einen weiteren "etwas anderen" Gottesdienst.

Im Mittelpunkt steht der sogenannte Totentanz, eine im Mittelalter genutzte Darstellung des Todes auf Bildern.



Brand brennt für die Band

"Sicherlich gibt es auch kritische Stimmen, aber wir haben auch ältere Gottesdienstbesucher ab 70, die die Musik super finden", sagt Berufsschulpfarrer Uwe Brand. Er habe keine Berührungsängste mit Subkulturen oder neuen Jugendbewegungen. Vielmehr möchte Brand mehr junge Menschen in die Gemeinschaft der Kirche locken. Seine lockere Art hat die Schülerinnen und Schülern der Berufsbildenden Schule Bersenbrück (BBS) in den Bann gezogen. Gemeinsam haben sie den diesjährigen Gottesdienst konzipiert.

Gastspiel für den Sensenmann

Im Mittelpunkt steht dabei der Totentanz. Dieser geht auf Darstellungen des Todes im Mittelalter zurück. Dort hatte der Tod in Gestalt des Sensenmannes mit Lebenden getanzt, um sie in die Hölle zu locken. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher führen eine Art Theaterstück auf. Zu düsteren Heavy-Metal-Klängen der Bramscher Band Solution Cycle wird der Tod in die Kirche gerollt, in seinen Fängen hilflose Menschen. Doch was wäre ein echter Gottesdienst ohne Happy End - in Gestalt von Jesus Christus. Dieser rettet mit seinen Jüngern die Hoffnungslosen.

Gemeinsam mit dem Berufsschul-Pfarrer Uwe Brand haben Pädagogik-Schüler einen ungewöhnlichen Gottesdienst konzipiert. Heavy-Metal-Klänge sollen junge Leute in die Kirche locken.

83-jährige Oma kommt zur Metal-Messe

Die Inszenierung in der Kirche ist auch für die Bramscher Band Solution Cycle ungewohnt. "Wir gehen zwar zu Gottesdiensten, aber ein Auftritt in der Kirche ist doch etwas anderes", gibt Bandleader und Gitarrist Rune Schohaus zu. Gemeinsam mit dem Bassisten und Background-Sänger Julius Ross ist er zur Probe gekommen. "Die kleine Besetzung", wie beide sagen. Beim Gottesdienst werden dann alle vier Bandmitglieder auf der Bühne beziehungsweise vor dem Altar stehen. Am 6. November wird dann auch das Kirchenschiff stilecht dekoriert sein, mit Feuerkörben und Kerzen. Pfarrer Brand freut sich schon darauf. Denn für den Gottesdienst hätten sich bereits viele Menschen aus Nortrup und Umgebung angemeldet - auch die 83-jährige Oma des Band-Leaders hat bereits ihr Kommen angekündigt.

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Heavy-Metal-Gottesdienst in Nortrup voller Erfolg





von Claus Halstrup



Es war cool, extrem voll - und vor allem war es sehr, sehr laut. "Na, bei der Lautstärke wird wohl etwas Oben ankommen." Das war wohl die passende Antwort auf die Frage von Pastor Uwe Brand, was Heavy Metal und Jesus wohl miteinander zu tun haben. Denn genau um diese Musikrichtung ging es bei einem ganz besonderen Gottesdienst am Freitagabend in der Dorotheen-Kirche in Nortrup (Landkreis Osnabrück). Nach dem Gothic-Erfolg im vergangenen Jahr strömten auch jetzt Jung und Alt in das evangelische Gotteshaus zum Gig von Solution Cycle. Jeder Platz war besetzt, jede Nische als Stehplatz genutzt. Rund 400 Besucher waren begeistert von Pastor Brands erneutem Versuch, Kirche einmal ganz anders zu erleben.

Hit the road Jack" bricht das Eis

Eine ergraute Seniorin saß zunächst mehr als skeptisch im oberen Bereich an der Orgel. Aber auch sie fing schnell an im Takt der Musik mit dem Bein zu wippen. Spätestens bei der Heavy-Metal-Version von "Hit the Road Jack" klatschte die augenscheinlich eher traditionelle Kirchenbesucherin dann begeistert mit.

Die Band Solution Cycle feiert eine Heavy-Metal-Messe in Nortrup. Hier der Komplett-Mitschnitt - inklusive Vaterunser und Dietrich Bonhoeffers "Von guten Mächten" in neuem Sound.

Schreiendes Vaterunser

Das Vaterunser beginnt leise, dann setzt die Band ein, der Sänger schreit das Gebet ins Mikro, begleitet von Gitarrenklängen. Die Besucher sind begeistert, wirken fast wie paralysiert. Vor dem Altar dürfen auch die obligatorischen Head-Banger nicht fehlen. Pastor Brand hat auch in diesem Jahr den Nerv der Gemeinde und der übrigen Besucher getroffen. Die Song-Auswahl - von christlich bis weltlich, von "... Baby One More Time" bis zu Bonhoeffers "Von guten Mächten".

Nächstes Musik-Experiment 2015

Während der Messe erhielt jeder ein kleines Holzstück, auf das Wünsche, Hoffnungen oder Sorgen geschrieben werden konnten. Am Ausgang standen zwei Feuerkörbe. Dort konnten diese dann verbrannt werden. Ganz nach dem Motto des Abends: "The Fire of Life". Auf Pastor Brands Hölzchen stand sicher auch der Wunsch, dass ihm auch im kommenden Jahr ein weiterer Versuch gelingen wird, so wie am Freitag die Menschen mit einer ganz besonderen Idee in die Kirche zu holen.


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