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Sexualität und die Bibel


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Verfasser: Raimund Fuchs




Sexualität und die Bibel




Wasser und Garten - zwei lehrreiche Sinnbilder

Wir Menschen fallen oft von einem Extrem ins andere. Gab es im Bereich der Sexualität früher eine verlogene Prüderie, herrscht heute eine freizügige Übersexualisierung. Damals hieß es nicht selten: Sexualität ist eine fleischliche Lust, die es zu überwinden gilt! Wenn doch, dann nur zur Zeugung eines Kindes. Heute dagegen kennt man kaum noch Grenzen und Tabus. Sexualität ist für Unzählige zum Lebensinhalt geworden. Wir werden überschwemmt mit Lesestoff, Bildern und Filmen, die große Auswirkungen auf die menschliche Gefühlswelt haben. Der Mensch wird künstlich hochgepuscht, um dann ins Bodenlose zu fallen, unfähig, wirklich sexuelle Erfüllung in gesunden Beziehungen zu erleben. Ihm fehlt die Orientierung und Sicherheit im Meer der Leidenschaft.

Als Gott die Welt erschuf, war sie vollkommen und in den Augen des Schöpfers "sehr gut" (1.Mose 1,31). Zu dieser Vollkommenheit gehörte auch die Gabe der Sexualität. Sie hatte nichts mit Sünde und Abscheu zu tun, sondern war gottgewollter Ausdruck der Liebe zweier Menschen zueinander. Aus dieser intimen Zuneigung entstand auch wieder neues Leben.

Die von Gott gegebene Liebe ist in all ihren Dimensionen zart und wertvoll und verdient es, geschützt und in geregelte Bahnen gelenkt zu werden.

Das Wasser des Lebens

Die Bibel hüllt das Thema Sexualität in aussagekräftige Bilder. So wird die Liebe mit dem "Wasser des Lebens" verglichen:

"Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was quillt aus deinem Brunnen. Sollen deine Quellen herausfließen auf die Straße und deine Wasserbäche auf die Gassen? Habe du sie allein, und kein Fremder mit dir. Dein Born sei gesegnet, und freue dich des Weibes deiner Jugend. Sie ist lieblich wie eine Gazelle und holdselig wie ein Reh. Lass dich von ihrer Anmut allezeit sättigen und ergötze dich allewege an ihrer Liebe. Mein Sohn, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere?" Sprüche 5, 15-20

Wie das Wasser Leben erweckt und erhält, so ist es auch mit der Liebe. Das Bild des Brunnens oder der Quelle vermittelt uns aber auch den Gedanken, wie rein und sauber dieses Thema behandelt und auch gehalten werden sollte.

So wie wir Wasser- oder Quellschutzgebiete kennen, schützt Gott die Sexualität mit einem Gebot: Sie gehört in den Schutz der Ehe - "Du sollst nicht die Ehe brechen!" 2. Mose 20, 14 Denn es geht nicht um eine momentane Lust, die nur körperlich befriedigt werden soll. Lust außerhalb einer tiefen und beständigen Beziehung zerstört und beschmutzt den Menschen und hat oftmals nicht nur psychisch verheerende Folgen. Die Gabe, neues Leben zu schenken, wird nicht selten zur unerwünschten Last. Immer weniger Kinder erleben heute die Geborgenheit einer sich liebenden Familie.

Die Liebe braucht auch den Schutz und die besondere Bestimmung für den einen Geliebten. Daher ermahnt uns Gott, das Wasser der Liebe nur aus unserer eigenen Quelle zu trinken und unsere Freude daran zu haben.

Die Sexualität ist nicht "nur" zur Zeugung eines Kindes gedacht. Sie ist eine kreative ­Ener­gie, mit der sich die Partner beschenken. Das ermahnt uns, damit besonnen umzugehen und sie entsprechend wertzuschätzen.

Man darf die Sexualität aber nicht absolut von der Zeugung eines weiteren Lebens trennen, sonst verliert sie ihre tiefe Bedeutung und wird verantwortungslos. Wir haben vom Schöpfer den Auftrag bekommen, mit den "Wasser-Resourcen" richtig zu "haushalten"

Sexualität in einer echten Liebesbeziehung dient nicht der eigenen Befriedigung, sondern dem Glück des Partners. Daher kann sie nicht gefordert, sondern darf als Geschenk angenommen werden. In Liebe schenkt sich einer dem anderen und ist bestrebt, den Partner glücklich zu machen. Liebesentzug sollte daher, nach dem Rat des Apostels Paulus, nur unter dem Einverständnis beider Ehepartner praktiziert werden und wenn, dann wohl auch nur für kurze Zeit, denn wer kann schon lange ohne Wasser auskommen? (1.Korinther 7, 1-5).

Die Ganzheit der Liebe

Sexualität kann nur wirklich auf Dauer befriedigend sein, wenn sie als Liebe in ihrer Gesamtheit erlebt wird - in der seelischen, geistigen und körperlichen Dimension. Herz, Verstand und Körper gehören zusammen. Trennt man diese Einheit, erhält man eine gestörte Beziehung.

Körperliche Liebe wird nicht wirklich befriedigend sein, wenn man nicht "ein Herz und eine Seele" ist. In einer Atmosphäre des Streites wird Sex auf den körperlichen Bereich reduziert. Der Akt mag zwar gelingen, mit echter Liebe hat dies aber nichts mehr zu tun. Die Körper mögen sich zwar noch berühren, doch die Herzen entfernen sich immer weiter.

Ein wirklich erfüllender Höhepunkt im körperlichen Bereich entsteht durch die seelische Einheit zweier Menschen. Das Denken, Fühlen und Wollen spielt eine entscheidende Rolle. Der Partner versetzt sich in den anderen, versteht ihn und ist in der Lage, die Bedürfnisse des anderen zu erkennen und dann auch erfüllend zu befriedigen.

Wie kommt man aber zu dieser seelischen Einheit, wenn nicht durch die dritte Dimension der Liebe, durch die Herzlichkeit. Einheit im Denken, Fühlen und Wollen (also im seelischen Bereich) kann man in diesem Fall nur durch Erbarmen und durch die Kraft der Vergebung erleben, was eine zutiefst geistliche Herzenssache ist. Diese selbstlose Liebe ist nun der eigentliche Motor für ein wahres erfülltes Lieben, denn jetzt geht es nicht mehr um mich, sondern darum, den anderen glücklich zu machen.

Was macht nicht der Mensch alles, um körperlich fit zu sein! Tabletten und "Trainingsgeräte" gibt es im Überfluss. Der seelische Bereich bleibt aber unterentwickelt. Die Quelle der Kraft, aus der wir Zuneigung und Zärtlichkeit für andere schöpfen können, ist und bleibt die Liebe Gottes. Ich erlebe dies bis heute. Schon der weise Salomo schöpfte vor über dreitausend Jahre von dieser Quelle. Er schrieb ein ganzes Buch zum Thema Sexualität, das ich allen wärmstens empfehle! Es ist das Hohelied der Liebe. Er sagt: "Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so dass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können." Hohelied 8, 6.7

Die Bibel versteht sich als "Betriebsanleitung" für ein erfülltes Leben. Befragen wir doch dieses "Kursbuch Liebe", was erfüllte Sexualität im Sinne des Erfinders wirklich bedeutet und wie die Partner dazu kommen, sie im reinen Sinne zu genießen!

Der Garten der Liebe

In der Bildersprache der Bibel wird die Sexualität auch mit einem Garten beschrieben. Ein Garten ist ein abgetrenntes, durch einen Zaun geschütztes Stück Land, das besonders bebaut wird, damit man Früchte ernten kann. Der Garten braucht Zeit zum Reifen, muss besonders angelegt werden und es darf nicht vor der Zeit geerntet werden. Verwüstet man den Garten, bevor er noch reifen konnte, wird vieles zerstört. Wer vorehelichen Geschlechtsverkehr praktiziert, pflückt ungeduldig die Blüten im Garten der Liebe und verhindert, dass so manche Frucht entsteht.

Der verschlossene Garten, wie auch die verschlossene Quelle stellen die Jungfräulichkeit vor der Ehe dar: "Meine Schwester, liebe Braut, du bist ein verschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein versiegelter Born." Hohelied 4,12-15 Das junge Mädchen wird mit einer Mauer verglichen, deren Tor man bewachen muss (Hohelied 8,8-10).

Die Liebe braucht Zeit und sie muss reifen. Selbstsucht hat in ihrem Garten keine Berechtigung, sie zerstört nur, was eigentlich freiwillig geschenkt werden will.

Biblische Hinweise

Schon im Alten Testament wies Gott auf den sorgsamen Umgang mit der Sexualität hin. So verpflichtete vor­ehelicher Geschlechtsverkehr zur Heirat: "Wenn ein Mann ein Mädchen, das noch nicht verlobt ist, verführt und mit ihr schläft, muss er den Brautpreis für sie bezahlen und sie heiraten." 2. Mose 22, 15 Hfa Für Jakob war es selbstverständlich, erst nach der Hochzeit mit seiner Frau zu schlafen (1. Mose 29, 20.21).

Trotz ihrer Verlobung "wusste Maria von keinem Manne" (Lukas 1,27.34), das heißt, sie hatte keine intime Beziehung mit Josef, ihrem Verlobten, bevor sie verheiratet waren.

Wahre Liebe ist kein Gefühl

Dauerhafte Liebe hat in erster Linie nichts mit einem Gefühl zu tun. Gefühle kommen und gehen, die echte Liebe aber bleibt. Sie ist eine Entscheidung, nämlich die, den anderen glücklich zu machen. Sie macht nicht blind wie die emotionale Liebe, sondern ist "die höchste Wertschätzung für den anderen, mit dem feinen Gespür für dessen Nöte und Bedürfnisse".

Wahre Liebe beginnt zuerst mit einem Gedanken, nicht mit einem Gefühl. Sie versucht sich in den anderen hineinzuversetzen und dessen wirkliche Bedürfnisse herauszufinden. Es ist ein gewisses "Erkennen" des Partners: Was braucht der Nächste? Dies muss nicht immer das sein, was der andere zu brauchen meint. Es muss auch nicht das sein, was man selbst für die Bedürfnisse des Anderen hält. Hat sich die Liebe in den anderen so hineinversetzt, drückt sie sich nun in Worten und Taten aus und wird dadurch sichtbar und erfahrbar. Hat sie angepackt und sich in selbstloser und bedingungsloser Weise dienend hingegeben, wird sich zu guter Letzt noch ein angenehmes Gefühl einstellen.

Die Liebe kann warten

Wahre Liebe ist geduldig, kann warten und zeigt sich in der Selbstbeherrschung. Wer sich vor der Ehe nicht beherrschen lernt, wird es auch in der Ehe nicht können. Der Geist der Liebe, der Heilige Geist, schenkt die Kraft der Selbstbeherrschung jedem, der ihn darum bittet (Galater 5,22). In anderen Bibeln wird dieses Wort mit Keuschheit oder Enthaltsamkeit übersetzt, meint aber Selbstbeherrschung in jedem Bereich, auch im Sexuellen.

Falsche Ansichten über die Enthaltsamkeit haben sich im Laufe der Tradition in das Christentum eingeschlichen. Man muss ernstlich damit aufräumen. Ein Beispiel ist die sogenannte "Josefs-Ehe" - gemeint ist eine Ehe ohne sexuelle Beziehung. Die "Josefs-Ehe" gibt es in der Bibel nicht. Josef pflegte mit seiner Frau Maria nach der Geburt Jesu ein ganz natürliches Sexualleben. Es heißt in der Bibel: "Er berührte sie nicht, bis sie Jesus geboren hatte ..." Matthäus 1,25

Auch das so genannte verpflichtende "Zölibat" für alle Priester leitet sich nicht von der Bibel ab. Der Bischof sollte sogar mit einer Frau verheiratet sein und gehorsame Kinder aufziehen, denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht recht vorsteht, wie soll er denn dann die Gemeinde Gottes versorgen? (1. Timotheus 3, 1-5)

Es mag wohl sein, dass manche Priester von Gott die Gabe der Ehelosigkeit bekommen haben und somit auch enthaltsam leben können, doch kann dies nicht generell für alle Priester zur Verpflichtung gemacht werden (1.?Korinther 7, 7).
Wecke die Liebe nicht auf, bis es ihr selbst gefällt

Wer sich das "Warten" vor der Ehe erleichtern will, soll die Ratschläge Sulamiths, der Braut des Salomo, beherzigen, die vor ca. 3000 Jahren niedergeschrieben wurden, denn sie sind moderner, als man glaubt. Problem Nummer eins, meint sie, ist das vorzeitige, zärtliche Liebkosen (Hohelied 2, 6-7). Problem Nummer zwei besteht im abgeschiedenen Zusammensein, z.B. im Schlafzimmer, denn "Gelegenheit macht Diebe" (Hohelied 3, 4-5) und Problem Nummer drei beginnt in den gedanklichen Spielereien, die das Problem eins und zwei vereinen (Hohelied 8, 1-3). Wer sich die Bibel als Ratgeber erwählt, wird die Weichen seines Lebens in Richtung Glück und Erfüllung stellen. Sie ist ein weiser Ratgeber und Führer durch den "Garten der Liebe".

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