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Missionale und emergente Einflüsse bei den „Freien Brüdern“


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Rolf

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Missionale und emergente Einflüsse bei den „Freien Brüdern“






27.01.2014


Das Buch Zerstörerisches Wachstum hat dokumentiert, daß einige hauptamtliche Mitarbeiter des Gemeindeverbands der „Freien Brüdergemeinden“ sich für die Ausbreitung missionalen und emergenten Gedankengutes einsetzten, u.a. durch die „Impulstage für Gemeindewachstum“, bei denen Prof. Johannes Reimer und andere Sprecher aus der missional-emergenten Szene eingeladen wurden. Die in dem Buch genannten Fakten beleuchten nur einzelne Schritte im Rahmen von wesentlich breiter angelegte „Erneuerungs“aktivitäten, die bewirken, daß der ursprüngliche bibeltreu-konservative Weg dieser Brüdergemeinden immer mehr durch unbiblische, verführerische Einflüsse untergraben wird. In dieser Meldung müssen wir leider dokumentieren, daß diese Aktivitäten unvermindert weitergehen.

Dabei spielt der Leiter der Jugendarbeit der „Freien Brüder“, Lothar Jung, eine nicht unwichtige Rolle. In den von ihm verantworteten Publikationen, der Mitarbeiterzeitschrift „Christ-online“ und der Jugendzeitschrift „Komm!“, sind verschiedentlich Artikel und Buchbesprechungen erschienen, die direkt emergente Sprecher wie Shane Claiborne oder Alan Hirsch empfahlen, wie in dem Buch Zerstörerisches Wachstum auf den Seiten 384-388 nachgewiesen wird. In der Erklärung „Gesundheit statt Zerstörung“ hatten Jung und seine Mitstreiter die Darstellung des Buches als verleumderisch und unwahr zurückgewiesen und sich in wohlformulierten Worten von missionalem und emergentem Gedankengut distanziert.


a) „Christ-online“ empfiehlt emergentes Buch von Brian McLaren

Diese Dementis verlieren jedoch an Glaubwürdigkeit, wenn man sich ansieht, was nach dem Bekanntwerden des Buches Zerstörerisches Wachstum weiterhin unter Jungs Verantwortung veröffentlicht wird. In der Ausgabe 06/2013 von „Christ-online“ schreibt Lothar Jung in seinem Editorial: „Jesus Christus will seine Gemeinde bauen, und er benutzt gerne junge Menschen dazu, frischen Wind in die Gemeinden zu bringen. Im Zusammenspiel der Generationen sorgen sie für Bewegung.“ Was Jung darunter versteht, bleibt offen. Von der Bibel her sind seine Aussagen gewiß nicht begründbar; hier setzen die Mahnungen in 1. Timotheus 3,6 und 1. Petrus 5,5 andere Akzente. Wie sieht denn der „frische Wind“ aus, den sich Jung hier wünscht?

In derselben Ausgabe mit dem Thema „Jugendarbeit geht vorwärts“ hat jedenfalls ein Mitarbeiter auf S. 36 ein Buch des radikalen emergenten Ideologen Brian McLaren empfohlen. Dieses Buch, „Nachfolge auf neuem Kurs“, ist wie die anderen Bücher McLarens eine geschickte Verführung zum Abfall vom biblischen Glauben. McLaren ist ja einer der radikalsten und berüchtigtsten Verfechter der „neuen Art von Christentum“ der emergenten Bewegung. Er ist bibelkritisch, verkündet einen anderen Jesus und ein anderes Evangelium und sucht mit allen rhetorischen Mitteln den bibeltreuen Glauben lächerlich zu machen und zu bekämpfen (vgl. dazu R. Ebertshäuser, Aufbruch in ein neues Christsein?, S. 146-183).

Doch in der erwähnten Buchempfehlung heißt es über McLaren: „Seine Art, provokante Fragen zu stellen und kreative Ansätze zu verfolgen, ist erfrischend. Aber oft scheinen seine Denkansätze recht abstrakt und etwas wirklichkeitsfremd. Deshalb ist das Buch meiner Meinung nach nicht für Christen gedacht, die noch jung im Glauben sind. Man sollte schon ein gewisses Grundverständnis sowie Interesse an historischen Theorien mitbringen“. Fazit von „Christ-online“: das Buch erhält die Bewertung „lesenswert, qualifiziert“.

Das ist eigentlich ein Skandal. Dem wahrscheinlich recht jungen Rezensenten fehlen offensichtlich alle Grundlagen der biblischen Lehre, die ihn gewarnt hätten, damit er die geschickten Verführungsaussagen McLarens durchschauen könnte. Aber größere Verantwortung trifft den leitenden Redakteur Lothar Jung, der ja wohl kaum behaupten kann, er hätte nicht gewußt, wer Brian McLaren ist und was er vertritt. (Wer Näheres zu den Ansichten McLarens wissen möchte, kann Rezensionen einiger Bücher in dem Dokument Falsche Propheten der "Kirche des neuen Zeitalters". Wichtige Bücher aus der Emerging Church-Bewegung kritisch gelesen nachlesen.)

Nach den vorangegangenen Debatten über Zerstörerisches Wachstum muß man sich fragen, was ihn bewegt hat, diese Rezension in „Christ-online“ zu genehmigen. Das erweckt den Eindruck, daß die vorangegangenen Empfehlungen emergenter Bücher durchaus kein „Versehen“ waren. In jedem Fall wurde und wird hier gefährliche Irreführung unter den Jugendmitarbeitern der „Freien Brüder“ verbreitet. Junge Christen, die solche Verführungsbücher lesen, können dadurch ernsten geistlichen Schaden erleiden. Doch so etwas zu fördern ist vor Gott ein schweres Vergehen. „Wer aber einem der Kleinen, die an mich glauben, Anstoß [zur Sünde] gibt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.“ (Mk 9,2).

Auch eine weitere Rezension in dieser Ausgabe ist übrigens geistlich sehr bedenklich und irreführend, in der ein hauptamtlicher Referent für Jugendarbeit ein Buch von Leo Bigger, dem charismatisch-missionalen Gründer der ICF („International Christian Fellowship“) als „lesenswert“ empfiehlt.

Es stellt sich die Frage, in welche Richtung eigentlich die Jugendmitarbeiter der „Freien Brüder“ von den Verantwortlichen geprägt wurden. Es hat ja nicht an zahlreichen Schulungen und Seminaren gefehlt; doch welche Impulse sind dort vermittelt worden? Wenn die „Christliche Jugendpflege“ der Lehre gefolgt wäre, die heute noch offiziell die Grundlage der „Freien Brüder“ darstellt, hätten solche Dinge gar nicht passieren können. Aber der Eindruck verstärkt sich, daß der von Jung erwähnte „frische Wind“ inzwischen aus missionaler und teilweise sogar emergenter Richtung weht und die „Bewegung“ dorthin geht.


b) Ein Jugendreferent wirbt für ein emergentes anderes Evangelium

Die oben genannte Buchempfehlung ist jedenfalls nicht der alleinige Beleg für eine solche Entwicklung. In dem Buch Zerstörerisches Wachstum wurde Andreas Schmidt, einer der vollzeitlichen Jugendreferenten der „Freien Brüdergemeinden“ erwähnt, der emergente Literatur empfohlen hat. In der Ausgabe 05/2013 von „Christ-online“ wurde auf S. 14-15 ein Artikel von Schmidt unter dem Titel „Alle reden von Evangelisation, aber was ist eigentlich Evangelium?“ veröffentlicht.


Das Evangelium von der Erlösung oder das „Evangelium vom Reich“?

Dabei verwendet er Argumente, die typischerweise von Vertretern der missional-emergenten falschen Evangeliums angebracht werden, und seine Definition des „Evangeliums“ ist vom Gedankengut der missionalen und emergenten Irreführung gefärbt. Das Evangelium nach A. Schmidt ist nicht das Evangelium des Apostels Paulus, das der erhöhte Christus der Gemeinde zu verkündigen geboten hat. Das ist etwas sehr Schwerwiegendes, denn Gottes Wort bezeugt uns:

Mich wundert, daß ihr euch so schnell abwenden laßt von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht! (Gal 1,6-9)

Schmidt beginnt mit einer karikierenden Darstellung des biblischen Evangeliums von der Errettung durch Glauben, wie sie viele Emerging Church-Sprecher einsetzen. „Aber was ist eigentlich ‚das Evangelium‘? ‚Jesus ist für dich gestorben. Wenn du das glaubst, vergibt dir Gott deine Sünden und du kommst später einmal in den Himmel.‘ So oder ähnlich hört man es in Predigten und liest es auf Flyern. Doch steht das auch so im Neuen Testament?“ Hier wird das biblische Evangelium einseitig und verzerrt dargestellt, um es dann durch eine unbiblische Umdeutung ersetzen zu können. Wie traurig und erschreckend ist es, wenn über die kostbarste und herrlichste Botschaft, die je verkündet wurde, so abschätzig gesprochen wird! Wie kann jemand, der selbst diese Sündenvergebung erfahren hat, auf solche Weise über seine ewige Errettung reden und ihre überragende Bedeutung in Frage stellen?

Mit dieser Infragestellung des Vertrauten nach dem Grundsatz „sollte Gott wirklich gesagt haben?“ (in der postmodern-emergenten Denkweise wird sie als „Dekonstruktion“ bezeichnet und regelmäßig praktiziert) beginnt Schmidt seine Darstellung, was nach seiner Meinung wirklich das Evangelium sei. Er gesteht zunächst zu, daß der Tod und die Auferstehung Jesu Christi als „wesentliche Bestandteile“ zum Evangelium dazugehören. Doch dann kommt er auf das Lieblingsthema der emergenten Verfälscher des Evangeliums zu sprechen, auf das angeblich bereits angebrochene Reich Jesu Christi. Er erweckt den Eindruck, als seien der Tod und die Auferstehung des Herrn wegen des anbrechenden Gottesreiches geschehen statt um der Erlösung von den Sünden willen.

Schmidt schreibt: „Die größte Hoffnung Israels, die in den Propheten immer wieder durchscheint, bestand sicher darin, daß Gott endlich eingreifen und selbst König werden würde. Nach Paulus und den Evangelien hat sich nun genau das in Jesus erfüllt und deshalb gibt es eine gute Nachricht zu verkünden.“ Das ist ein Anklang an das irreführende emergente „Reichsevangelium“, aber es widerspricht klar der Bibel. Als der Messias das erste Mal auf die Erde kam, hat Er eben gerade nicht Sein Reich angetreten, sondern Er mußte zuerst abgeschnitten und verworfen werden und das blutige Sühnopfer am Kreuz darbringen und sitzt nun verherrlicht zur Rechten des Vaters und wartet darauf, bis ihm alle Feinde unterworfen werden; das geschieht erst bei Seinem zweiten Kommen in Macht und Herrlichkeit; dann erst wird Sein Reich auf Erden anbrechen. Mit dieser biblischen Lehre, die auch das ursprüngliche Glaubensfundament der „Freien Brüder“ darstellt, ist Schmidt natürlich bestens vertraut, aber er verläßt sie und folgt den Spuren N. T. Wrights und Brian McLarens.


Abwertung der biblischen Botschaft von der ewigen Errettung

Schmidt umgeht in seiner Darstellung das biblische Evangelium der Gnade, wie es der Apostel Paulus in seinen Briefen darlegt, und greift stattdessen einige Passagen aus der Apostelgeschichte heraus, die er in seinem Sinn umdeutet. Aus seiner verdrehten Sicht heraus besteht das „Evangelium“ nur darin, Jesus als Herrn anzuerkennen und sich seinem Reich, seiner Herrschaft zu unterstellen. Das ist zwar ein Aspekt biblischer Errettung, aber ohne rechte Berücksichtigung von Sündenerkenntnis, Buße und Glauben an das Sühnopfer Christi ist das eine schwerwiegende Verfälschung des echten Evangeliums. Schmidt faßt seine verzerrte Fassung des „Evangeliums“ so zusammen:


Wenn man diese Predigten [aus der Apostelgeschichte - RE] mit den „Evangelisationen“ unserer Tage vergleicht, fällt auf: Weder die Vergebung der Sünden noch eine angenehme Zukunft im Himmel stehen im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt steht Jesus, der auferstandene Herr. Etwas überspitzt könnte man sagen: Die Apostel bieten den Zuhörern keine ‚Tickets‘ für den Himmel an. Stattdessen rufen sie die Leute auf, hier und jetzt Jesus als den Herrn anzuerkennen, indem sie ihm gehorsam sind und seiner Art zu leben folgen. Wer das tut, dessen Sünden sind vergeben, und er wird im Gericht vor Gott bestehen. (Hv. RE)

Das ist genau das falsche „Reichsevangelium“ der Emerging Church. Zentrale Elemente des biblischen Evangeliums wie die Erlösung durch das Blut Jesu Christi, Buße und Glauben werden ausgeblendet und verfälscht. Der Apostel Paulus betont gewiß die Wichtigkeit der Auferstehung Jesu Christi – aber er nennt das Evangelium nicht umsonst „das Wort vom Kreuz“ (1Kor 1,18) und betont: „Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten“ (1Kor 2,2). Kennzeichnend für das liberaltheologische Falschevangelium ist gerade die Abkehr von dem Sühnopfer Jesu Christi, von dem Erlösungsblut, das für uns fließen mußte. Dagegen reden die Liberalen viel von „Jesus, dem Herrn“ und seinem Reich, das angeblich schon jetzt und hier existiert und dem der Mensch sich einfach anschließen muß.

So formuliert Schmidt hier (bezeichnenderweise unter der Überschrift: „Eine Machtfrage“) einen verführerischen Rettungsweg ohne blutiges Opfer und auch ohne Glauben, eine falsche Errettung aus Werken: „Wer das tut, dessen Sünden sind vergeben“. Er redet wie die liberalen Theologen und deutet das Evangelium unseres Herrn politisch-diesseitig um, wenn er sagt: „Wahrscheinlich hätte sich kein Beamter im Römischen Reich darum gekümmert, wenn die Apostel einfach ein paar interessierten Leuten erklärt hätten, wie man nach dem Tod in den Himmel kommt. Weil sie aber die Herrschaft Jesu ausriefen, war den Hörern klar, daß es sich hier um einen Frontalangriff auf die herkömmlichen Normen und Strukturen handelte“.

Dagegen steht im Wort Gottes geschrieben:

… und sprach zu ihnen: So steht es geschrieben, und so mußte der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen, und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem. (Lk 24,46-47)

Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. Denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren… (Röm 3,21-25)

„Buße“ definiert Schmidt sehr vage im Sinne des „Reichsevangeliums“ und ohne Reue über die Sünde: „Damit ist ein neues Denken, aber vor allem auch ein neues Handeln gemeint. Jeder soll sich der Herrschaft Gottes unterstellen und entsprechend leben.“ Schmidts Verfälschung des biblischen Evangeliums wird auch sehr deutlich, wenn er gegen Schluß seines Artikels schreibt: „Beim Evangelium geht es also um mehr als die Frage, wie mein ‚Sündenkonto‘ wieder auf Null gestellt werden kann. Es geht auch um viel mehr als um eine religiöse Versicherung, die mich in Krisenzeiten unterstützt und nach meinem Tod dann vollständig ausgezahlt wird.“

Hier kann man den abwertenden Spott der liberal-emergenten Anhänger spüren, die das biblische Evangelium von der ewigen Errettung von Sünde und Gericht durch den Glauben an das stellvertretende Sühnopfer Jesu Christi nicht mehr lieben und schätzen. Wie kann jemand, der die tödliche Last seiner Sünde empfunden und die Gnade der stellvertretenden Sühnung durch den Sohn Gottes erfahren hat, jemals so reden? Was wird hier den jungen Lesern eingeimpft?

Schmidt umschreibt dann seine Sicht des Evangeliums: „Gott will seine gute Herrschaft aufrichten und er will uns Menschen mit dabei haben“. Das erinnert stark an die Kurzfassung des falschen emergenten Evangeliums durch den liberaltheologischen Kirchenpfarrer Walter Faerber, die emergent–deutschland so wiedergibt: „In Abgrenzung zu einem Modell, das lediglich auf individuelle Schuld, Vergebung und Wiederherstellung der Beziehung zu Gott zugespitzt sei, erläuterte er seine Alternative: Gott erneuert die Welt. Er hat schon damit angefangen. Und du kannst/sollst/darfst dabei sein“ (vgl. Zerstörerisches Wachstum. S. 333).

Nun ist Andreas Schmidt vollzeitlicher Jugendreferent und „Bibelschullehrer“ in Burgstädt. Man muß also davon ausgehen, daß er weiß, was er hier schreibt und propagiert. Er ist übrigens auch „Evangelist“, d.h. Referent der „Barmer Zeltmission“ der Freien Brüdergemeinden. Trotz des Dementis in der Erklärung „Gesundheit statt Zerstörung“, die er ja mit unterschrieb, vertritt er in dem Artikel emergentes Gedankengut und ein verfälschtes Evangelium. Man hat den Eindruck, daß er und manche Mitstreiter in der Jugendarbeit der „Freien Brüder“ ihre Aufgabe darin sehen, die einstmals bibeltreuen „Freien Brüder“ allmählich umzugestalten, im emergenten Sinn zu „transformieren“. Übrigens findet sich in derselben Ausgabe (S. 18-19) noch ein Artikel des DIM-Mitarbeiters C. Puschendorf, in dem das „Entdecker-Bibelstudium“ à la David Watson empfohlen wird – ein weiterer Impuls in diese Richtung. Aber woher werden solche Mitarbeiter dazu ermutigt? Wer hält ihnen den Rücken frei?


c) Die Referenten der Wiedenest-nahen Gemeindewachstumsgruppe
und ihre Rolle bei Veranstaltungen der „Freien Brüder“


Die heftigen Reaktionen der 13 Unterzeichner von „Gesundheit statt Zerstörung“ gegen die kurzen Informationen, die in dem Buch Zerstörerisches Wachstum über sie festgehalten wurden, lassen sich vielleicht etwas besser verstehen, wenn man weiß, daß der von ihnen vertretene, dem „Forum Wiedenest“ und dessen falschen Lehren verbundene „Gemeindewachstums“-Flügel der „Freien Brüdergemeinden“ in den letzten Jahren immer mehr Einfluß gewonnen hat. Unter den elf in einer Broschüre der „Kasse Werk des Herrn“ vorgestellten vollzeitlichen „Referenten im Reisedienst für Gemeinden“ sind die Mehrzahl Vertreter dieser Richtung (Andreas Ebert/Bibelschule Burgstädt; Lothar Jung; Wolfgang Seit/Timotheus-Training, Karl-Heinz Vanheiden/Bibelschule Burgstädt, Marco Vedder/Timotheus-Training, Markus Wäsch).

In dem Katalog „Wachsen mit Gottes Wort – Programm 2014“ wird deutlich, daß Sprecher dieser Richtung eine immer größere Rolle in überregionalen Veranstaltungen spielen. So ist bei der bundesweiten und recht gut besuchten „Dillenburger Konferenz“ 2014 Markus Wäsch mit einem Sondervortrag vorgesehen (2013 war es Wolfgang Seit, 2012 Marco Vedder mit der Sonntagspredigt). Bei den an Mitarbeiter gerichteten „Brüdertagen“ sind von drei Referenten zwei (Andreas Ebert und Marco Vedder) aus dieser Richtung dabei. Von der entsprechend ausgerichteten „Initiative Lebendige Gemeinde“ wird auch 2014 ein Seminar „Das Geheimnis wachsender Gemeinde“ veranstaltet, in der Vedder, Seit und Jung zusammen mit H. Fürstenberger auftreten. Auch in anderen überörtlichen Veranstaltungen sind die Namen von Jung, Ebert und anderen aus dieser Gruppe vertreten.

Ein weiterer Beleg für die missionalen Einflüsse bei den „Freien Brüdern“ ist ein Artikel von Dr. Volker Kessler in der Zeitschrift „Perspektive“ 12/2013, S. 20-22 zum Thema „Die Tugend der Genügsamkeit“. Kessler ist Leiter der „Akademie für christliche Führungskräfte“ und ein überzeugter Vertreter missionaler Verführungslehren, wie u.a. seine Mitwirkung in dem missionalen Netzwerk „Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa“ und sein Beitrag in dem transformationstheologischen Sammelband „Die Welt verändern“ zeigen. Wie kommt die Zeitschrift der „Freien Brüdergemeinden“ dazu, solch einem Mann ein Forum zu bieten? In seinem Artikel kommt zwar seine falsche Lehre nur in Einzelpunkten zum Tragen (so zitiert er zustimmend den katholischen Befreiungstheologen Leonardo Boff und lobt Papst Franziskus als vorbildlich) – aber es ist unverantwortlich, einen Artikel eines erklärten Verfechters von Verführungslehren den gläubigen Lesern positiv vorzustellen.

Daß der „frische Wind“ unbiblischer Einflüsse nicht auf die Jugendarbeit beschränkt ist, kann man daran sehen, daß der Kreis „Senioren für Christus“ für seine Seminartage 2014 Anfang Februar ausgerechnet Peter Strauch als einen der Referenten eingeladen hat. Der ehemalige Präses der FEGs und Allianzvorsitzende hat viel dazu beigetragen, daß sich unbiblische Tendenzen in seinem Verantwortungsbereich ausbreiten konnten; u.a. hat sich die Allianz unter seinem Einfluß wesentlich weiter für Charismatik und Katholizismus geöffnet. Auch als aktiver Autor in der Zeitschrift „Aufatmen“ hat er Abweichungen vom biblischen Glauben gefördert. Weshalb hat man ausgerechnet diesen modernen Evangelikalen für die Zurüstung älterer Geschwister aus den Brüderversammlungen eingeladen?

* * *

Es ist nachvollziehbar, daß die kritische Aufklärung über missionale Verführungstendenzen den Vertretern dieser Gruppe nicht gefallen hat – es könnte ja sein, daß sich manche noch bibeltreu stehende Geschwister aus diesem Gemeindekreis schon Fragen stellen, wenn auffällig viele in dem Buch kritisch erwähnte Brüder immer mehr Einfluß ausüben. Man kann nur hoffen, daß zahlreiche Gläubige dieser eigentlich biblisch orientierten Gemeinden aufwachen und die besorgniserregenden Entwicklungen erkennen, die sich sowohl überörtlich als auch in vielen Gemeinden immer mehr ausbreiten.

Diese Meldung ist nicht geschrieben worden, um die „Freien Brüdergemeinden“ in ein schlechtes Licht zu stellen. Der Verfasser weiß sich den konservativen Geschwistern und Gemeinden aus diesem Kreis durchaus verbunden und wünscht sich aufrichtig eine erweckliche und gesunde Entwicklung dieser Gemeinden. Wir wollen auch betonen, daß die beschriebenen Entwicklungen nur gewisse Tendenzen im überörtlichen Verband betreffen, während sicherlich in vielen Gemeinden noch andere geistliche Impulse gegeben werden.

Diese Meldung wie auch die entsprechenden Abschnitte in dem Buch Zerstörerisches Wachstum wurden aus dem aufrichtigen Anliegen geschrieben, auf die Gefahren hinzuweisen, die auch bisher biblisch weitgehend gesunden Kreisen aus der um sich greifenden missionalen Irreführung erwachsen können. Gerade junge Gläubige sind ja die hauptzielscheibe dieser Irreführungen, und sie können diese oft nicht durchschauen. Und die Eltern und Gemeindeältesten werden womöglich erst erschreckt aufwachen, wenn ihre Jugendlichen plötzlich in eine charismatische oder emergente Gruppe abwandern und dem biblischen Glauben den Rücken gekehrt haben. Deshalb sind solche Warnungen leider notwendig. Hier gilt, was ich in meiner Erklärung „Was gefährdet biblische Gemeinden?“ feststellen mußte:

Im Hintergrund der jetzigen schmerzlichen Konflikte und der erbitterten Angriffe auf mein Buch und meine Person steht nach meiner Überzeugung eine geistliche Auseinandersetzung im großen Maßstab. Es geht um die Zukunft, um den weiteren Weg vieler früher bibeltreu geprägter Gemeinden, die zur Zeit von den missional-emergenten Verführungsströmungen umworben und irregeführt werden. Es geht um die geistliche Orientierung zahlreicher früher bibeltreu-konservativer Brüdergemeinden, aber auch Gemeinden aus der Konferenz für Gemeindegründung oder den rußlanddeutschen Kreisen, die der Feind über die missionalen Bewegungen in das modern-evangelikale Lager und damit letztlich in die Ökumene hineinziehen will.

Es geht darum, ob diese Gemeinden sich weiterhin allein an der Lehre der Bibel orientieren und das uralte biblische Evangelium verkünden, oder ob sie allmählich und unmerklich in den Sumpf der evangelikal-charismatisch-emergenten Verführung hineingeführt werden. Und es geht nicht zuletzt um die geistliche Orientierung der jüngeren Generation, unter der diese „Neuerer“ ihre Gedanken ganz besonders auszubreiten suchen.


Rudolf Ebertshäuser www.das-wort-der-wahrheit.de 27. 1. 2014


Zu diesem Beitrag können Sie auf unserer Webseite lesen:

Was gefährdet biblische Gemeinden? Eine Antwort auf die Kritik an meinem Buch

Gemeindegruendungsbewegungen - Gemeindewachstumskonzepte - neue Missionslehren unter den Evangelikalen. Eine Stellungnahme aus bibeltreuer Sicht

Falsche Propheten der "Kirche des neuen Zeitalters". Wichtige Bücher aus der Emerging Church-Bewegung kritisch gelesen
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Joh. 14,6

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Ist der Ruf erst ruiniert, ....

Immerhin wurden Sarah Youngs Bücher aus dem Programm genommen! Zumindest aus dem öffentlichen Shop!
Ob man sie aber dennoch über den Verlag beziehen kann?
Käme auf einen Versuch an.
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