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Unternehmensethik und Globalisierungsstrategien


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Rolf

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Hartmut Kreikebaum





Unternehmensethik und Globalisierungsstrategien



Diskursives Konfliktmanagement, Entscheidungsethik, Ethische Leitlinien, Globalisierung als Strukturrevolution, Multinationale Unternehmen, Weltethos

Zusammenfassung

Die Globalisierung der Märkte hat sich zu einem Strukturproblem entwickelt, das in vielfacher Hinsicht ein Umdenken erforderlich macht. In diesem Beitrag werden Notwendigkeit und Inhalte einer kritischen Reflexion der Globalisierungskonsequenzen aus der Sicht der Unternehmensethik herausgearbeitet. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Vorschläge zu einem diskursiven Konfliktmanagement und zur Entwicklung von ethischen Leitlinien der Globalisierung.
Inhaltsübersicht

1 Einleitung: Problemstellung und Aufbau des Beitrags
Globalisierung: Erscheinungsformen und Herausforderung
2.1 Die Globalisierung der Märkte als Strukturrevolution
2.2 Konsequenzen für eine globale Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsethik

3 Unternehmensethik und Globalisierung
3.1 Notwendigkeit und Inhalte einer unternehmensethischen Reflexion der
Globalisierung
3.2 Diskursives Konfliktmanagement mit Hilfe der Konzeption der
Entscheidungsethik

4 Unternehmensbezogene Ethik Leitlinien der Globalisierung



1 Einleitung: Problemstellung und Aufbau des Beitrags




Als am 20. Januar 1998 in Frankfurt von einer Jury von Literatur und Sprachwissenschaftlern das "Unwort des Jahres 1997" verkündet wurde, hatten nicht wenige Beobachter dieses alljährlichen Ereignisses mit "Globalisierung" gerechnet. Daß es dazu nicht kam und stattdessen der von Helmut Maucher geprägte Ausdruck "Wohlstandsmüll" gewählt wurde, erschreckte viele Zeitgenossen sicherlich noch mehr als der auch positive Konnotationen vermittelnde Globalisierungsbegriff. Denn mit dieser Bezeichnung wollte der langjährige Nestlé-Chef ja gerade auf die negativen Konsequenzen einer wirtschaftlichen Entwicklung aufmerksam machen, die sich im Arbeits- und Personalbereich trotz Wachstum und Wohlstand ergeben. Keine Spur also mehr von einem in der Öffentlichkeit vielfach mißverstandenen "ethischen Gesäusel" (Maucher) weinerlicher Wirtschaftssubjekte, die das Kämpfen um Marktanteile verlernt haben. Hier wurden die nichtintendierten Folgen einer Entwicklung angesprochen, die inzwischen die Politik und Politikwissenschaft erreicht und eine ganze Welle an Kapitalismuskritik ausgelöst hat.

Eine Beschäftigung mit dem gestellten Thema ist darum nicht nur notwendig, sondern aus der gemeinsamen Sicht der Ethik und der Betriebswirtschaftslehre auch überfällig. Die insbesondere seit dem Wegfall der Grenzen zwischen Ost und West forcierte Globalisierung der Märkte und Produkte hat dazu geführt, daß Arbeitsplätze und Gewinne ins Ausland abwanderten, während billige Arbeitskräfte von dort einströmten und einheimische Arbeitnehmer verdrängten. Kein Land der Welt verfügt mehr über grundsätzliche Standortvorteile in einer Epoche, die durch eine globale Vernetzung von Realgütermärkten, Kapital- und Finanzmärkten gekennzeichnet ist. Infolge einer rapiden Entwicklung der Technik kommt es zum Phänomen des "jobless growth", also einem Wirtschaftswachstum ohne zusätzliche Arbeitsplätze. Der Nationalstaat und die nationale Wirtschaftsethik verlieren an Einfluß gegenüber den tatsächlichen oder vorgeblichen Zwängen der Globalisierung.

Transnationale Unternehmen können ihre Gewinne und Verluste länderübergreifend und bedarfsgerecht transformieren und sich vom bisherigen Primat der Politik über die Wirtschaft lösen. Sie machen sich unabhängig von einer nationalen Besteuerung und Arbeitsmarktpolitik und realisieren dank offener Märkte und des Veränderungspotentials neuer Technologien vielfach größere Gewinne bei teilweise erheblichem Abbau von Arbeitsplätzen im Inland. In den USA und in Großbritannien läßt sich bereits die Tendenz einer Umverteilung der Einkommen nachweisen, zugunsten der direkt am Unternehmensgewinn beteiligten Spitzenverdiener und zu Lasten der Empfänger mittlerer und unterer Einkommen. In Zukunft gilt dann nicht mehr die für Generationen gültige Erwartung steigender Realeinkommen. Zukunftsangst vor den sozialen Konsequenzen der Globalisierung breitet sich zunehmend aus, verbunden mit Resignation angesichts weltweiter Umweltschutzprobleme und wachsender ökologischer Belastungen. Nicht als Horrorszenario, wohl aber als Ergebnis nüchterner Diagnosen resultiert aus diesen wenigen Hinweisen die doppelte Aufgabe einer sorgfältigen Analyse der Globalisierung und der damit verbundenen Konfliktpotentiale einerseits und der Vorschläge zur Lösung der entstehenden Konflikte andererseits.

Aus der Sicht der Betriebswirtschaftslehre die Dinge zu sehen bedeutet stets auch, aus einer strategischen Perspektive heraus Empfehlungen auszusprechen. Diese Auffassung ist vom Jubilar in vielen seiner Veröffentlichungen zum Strategischen Management überzeugend vertreten worden. Hans Hinterhuber spricht sich u.a. für einen Nachweis der ethischen Legitimation im Rahmen der strategischen Führung des Unternehmens aus. Deren Fehlen könne das gesamte Unternehmensgeschehen destabilisieren. Eine ethische Reflexion der Normen und Werte sei die Voraussetzung für die konsensuale Abstimmung der unternehmerischen Entscheidungen mit den übrigen Interessenträgern (siehe Hinterhuber 1996, S. 41, S. 138 und S. 143). Im Rahmen einer mehrjährigen Gastprofessur an der Karl-Franzens-Universität Innsbruck ergab sich die Möglichkeit, in einer entspannt-kultivierten Atmosphäre intensiv über die Notwendigkeit und Praxisbezüge einer ethischen Reflexion des strategischen Denkens und Handelns zu sprechen. Nicht zuletzt haben unsere Gespräche zur Beschäftigung mit dem gewählten Thema dieses Beitrags geführt.

Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut. Im Anschluß an die Problemstellung im 1. Kapitel behandle ich zunächst die Globalisierung und deren Auswirkungen. Dazu wird die Entwicklung der Internationalisierung untersucht, die zur Globalisierung von Märkten, Produkten und Unternehmen geführt hat. und auf deren wirtschaftspolitische Konsequenzen eingegangen. Mit der Frage nach der wünschenswerten Existenz eines der Globalisierung korrespondierenden "Weltethos" schließt das zweite Kapitel ab.

Im dritten Kapitel geht es um die Notwendigkeit und Inhalte einer unternehmensethischen Reflexion der Globalisierungskonsequenzen. Dies geschieht auf der Grundlage einer an der Verantwortungsethik orientierten, pragmatisch ausgerichteten Entscheidungsethik. Deren Aufgabe besteht insbesondere darin, unternehmensethische Leitlinien für die Globalisierungspolitik zu entwickeln. Dieses Problem wird im abschließenden vierten Kapitel untersucht.




2 Globalisierung: Erscheinungsformen und Herausforderung




2.1 Die Globalisierung der Märkte als Strukturrevolution

Auch wenn die Globalisierung ein Strukturphänomen vom Rang eines neuen Paradigmas darstellt, ist sie nicht ohne die vorangegangenen Entwicklungsschritte zu verstehen. Die weltweite Abhängigkeit der Erstellung und marktmäßigen Verwertung von industriellen Gütern und Dienstleistungen war nicht möglich ohne die Entwicklung und globale Verbreitung der modernen Informations- und Kommunikationstechnologie, die Mechanisierung und Automatisierung der Produktion sowie die erhebliche Verbilligung von Logistik- und Transportleistungen. Mit dem politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozeß in Mittel- und Osteuropa erhielt der Übergang von der Nationalökonomie zur Globalökonomie nochmals einen erheblichen Anschub.

Dieser Prozeß ist ebenso wie seine Auslöser irreversibel. Er wird aber nicht nur angstvoll, sondern auch erwartungs- und hoffnungsvoll betrachtet, insbesondere von den industriellen Schwellenländern, aber auch von den Entwicklungsländern, die ihren Anteil am Weltsozialprodukt kräftig zu steigern vermochten.

Die Sorgen vieler Marktteilnehmer richten sich auf die Umverteilung traditioneller „checks and balances“ durch die Devisenspekulanten an den internationalen Finanzmärkten, die Verschlankung von Unternehmen in Verbindung mit den Freisetzungseffekten infolge des „outsourcing“ von einheimischen Arbeitsplätzen in (noch) Billiglohnländer, durch den permanenten Anstieg der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung auf weltweit rund eine Milliarde Menschen und die globale Ausweitung von Umweltschäden und organisiertem Verbrechen. Die Spiegel-Redakteure Hans-Peter Martin und Harald Schumann sprechen deshalb auch pessimistisch von einer "Globalisierungsfalle“, die mehr Verlierer als Gewinner sehe. Sie bedeute einen Angriff auf die Demokratie und den wirtschaftlichen Wohlstand, wenn der weltweite Freihandel nicht sozialstaatlich abgesichert werde (Martin/Schumann 1996, S. 317).

In der Tat entzieht die Globalisierung der repräsentativen Demokratie in einem Nationalstaat weitgehend den Boden und beeinträchtigt den für den Zusammenhalt von Bürgergesellschaften notwendigen Diskurs. Etwas pointiert formuliert Dahrendorf: "Globalisierung ersetzt die Institutionen der Demokratie durch konsequenzlose Kommunikation zwischen atomisierten Individuen." (Dahrendorf 1997, S. 15).

Zwar sind weder die intendierten Hauptfolgen noch die nicht beabsichtigten Nebenwirkungen der Globalisierung kaum vorhersehbar (auch nicht mit Hilfe der Chaostheorie). Gerade die Schwere der Folgen und deren Prognoseproblematik zwingen jedoch dazu, die Globalisierung nicht als grundsätzlich unsteuerbaren Automatismus zu begreifen. Zum einen stellt sich die "Globalisierung“, bei Lichte besehen, vielfach als "lnternationalisierung" dar, denn nur relativ wenige "global players" agieren wirklich auf dem gesamten Globus. Zum anderen versperren sich viele Wirtschaftsbereiche einer weltumspannenden Betätigung. Zahlreiche Dienstleistungen, öffentliche Verwaltungstätigkeiten und regionale Aktivitäten sind für den Weltmarkt ungeeignet (zu einer ausführlichen Kritik der Globalisierungsthese siehe John 1997, S. 221f.; zum Einfluß der Globalisierung auf die Regionalentwicklung in den Transformationsländern Ostmitteleuropas vgl. Krätke/Heeg/Stein 1997).

Im übrigen ist festzuhalten: Wäre die Globalisierung wirklich mit einem Automatismus ausgestattet und trüge sie den Charakter eines unbeeinflußbaren Datums, würden sich sowohl wirtschaftspolitische Steuerungsmaßnahmen erübrigen als auch ethische Reflexionen obsolet sein.


2.2 Konsequenzen für eine globale Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsethik


Wenn die internationalen Geld- und Kreditmärkte nicht nur rational, sondern auch emotional reagieren, sprechen gewichtige Gründe dafür, das Marktungleichgewicht durch staatliche und überstaatliche Regulierungsmaßnahmen auszugleichen. Kein geringerer als der bekannte internationale Finanzier und Devisenspekulant George Soros spricht sich deshalb für die Einrichtung einer internationalen Kreditversicherungsagentur aus. Sie solle, quasi in einer Art Rückbesinnung auf das Abkommen von Bretton Woods, einen Rahmen für internationale Kredite vorgeben und bewerten, in welchem Umfang Kredite zulässig seien (vgl. o.V. 1998, S. 17-19; vgl. dazu auch Heuser/Pinzler 1998, S.21).

Eine wirtschaftspolitische Konzeption der Weltwirtschaft kann je nach dem zugrundeliegenden Ordnungsprinzip unterschiedlich gestaltet sein: ultraliberalistisch (Milton Friedman), klassisch-liberal (Adam Smith) oder nach den Vorstellungen des Ordo-Liberalismus (Soziale Marktwirtschaft). Seit dem Beginn der 70er Jahre mehren sich die Stimmen, die eine vertiefte ökologische und ethische Orientierung der Sozialen Marktwirtschaft fordern. Die rasch sich ausbreitende Trendwende zur Globalisierung beinhaltet darüber hinaus die Frage nach einem neuen Verständnis des Zusammenhangs von Politik, Wirtschaft und Ethik.

Zwar sollte die Politik in einer offenen demokratischen Gesellschaft ihren auf Francis Hutcheson zurückgehenden Anspruch des "größten Glücks für die größte Zahl" aufgeben und sich damit begnügen, das "kleinste Maß an vermeidbarem Leid für alle" einzufordern (von Weizsäcker 1997, S. 467). Zunehmend wird jedoch der Anspruch auf den Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft und des Ethos gegenüber Politik und Wirtschaft erhoben (vgl. Küng 1997a). Küng folgt damit dem Postulat einer globalen Wettbewerbs-, Sozial- und Umweltordnung, wie es z.B. von Peter Ulrich vertreten wird (vgl. Ulrich 1997 und Ulrich 1995). Im wesentlichen geht es dabei um eine ethische Rahmenordnung im globalen Maßstab. Ihre wichtigsten Ziele sind die Garantie von Rechtssicherheit in Form von Grundrechten und sozialen Grundsicherheiten, der Ausgleich wirtschaftlicher und sozialer Asymmetrien zwischen den Weltregionen sowie die Internalisierung der steigenden ökologischen Kosten (vgl. dazu im einzelnen Küng 1997a, S. 287-293).

Bislang fehlt es an einer einheitlichen gesetzlichen Rahmenordnung auf supranationaler Ebene und an geeigneten Sanktionsmaßnahmen. Allerdings sind in jüngster Zeit eine Reihe von Empfehlungen auf der Grundlage ethischer Überlegungen erarbeitet worden. Solche Vorschläge unterbreiten die Kommission für Weltordnungspolitik der UNO (The Commission on Global Governance), die Welt-Kommission für Kultur und Entwicklung der UNESCO (World Commission on Culture and Development) sowie der unter dem Vorsitz von Helmut Schmidt stehende InterAction Council.

Unter dem Titel "Our Global Neighbourhood" setzt sich die Commission on Global Governance für ein "Ethos der Nachbarschaft" ein, das auf der Grundlage der Goldenen Regel beruht: „Die Menschen sollten einander so behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten.“ (Kommission für Weltordnungspolitik 1995, S. 55). Ein globales Bürgerethos sei zu entwickeln, das Rechte und Pflichten für alle Akteure enthalten und in das Regelwerk der Nationalstaaten und global tätigen Wirtschaftsorganisationen integriert werden müsse.

Die Bewältigung der global auftretenden Probleme auf der Grundlage einer "New Global Ethics" steht auch im Mittelpunkt des Berichts "Our Creative Experience" der World Commission on Culture and Development. Die kulturelle Verschiedenheit der Menschen sei nur zu beantworten durch die Entwicklung eines "Weltethos", d.h. eines Kerns gemeinsamer ethischer Werte und Prinzipien (vgl. Report of the World Commission on Culture and Development 1995, S. 34). In die gleiche Richtung weisen die vier Verpflichtungen der sogenannten Chicago-Erklärung zur Befriedigung der Weltgesellschaft: Schutz vor Gewalt, Schutz der Freiheit. Schutz vor Not und Schutz vor Chauvinismus. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung haben die Überlegungen zu einem Weltethos durch vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den Weltreligionen (siehe dazu im einzelnen Küng 1997a, S.196-213). Vorschläge für weltweit gültige Normen einer "Basisethik" für multinationale Unternehmen sind von Jöstingmeier entwickelt worden (vgl. Jöstingmeier 1994, S. 85 90).

Der InterAction Council früherer Staats- und Regierungschefs hat unter dem Vorsitz von Helmut Schmidt das globale Ethos weiter konkretisiert durch den Hinweis auf die Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz, Gewaltlosigkeit, Solidarität und Gleichberechtigung (vgl. InterAction Council 1996). Eine gerechte Wirtschaftsordnung kann nach diesen Vorstellungen nur erreicht werden, wenn der Menschenrechtserklärung auch eine Menschenpflichtenerklärung folgt (siehe dazu auch Küng 1997b).



3 Unternehmensethik und Globalisierung




3.1 Notwendigkeit und Inhalte einer unternehmensethischen Reflexion der Globalisierung

Es ist bereits deutlich geworden, daß die international tätigen Unternehmen, insbesondere in ihrer Eigenschaft als "global players", im Mittelpunkt der kritischen Anfragen an die Auswirkungen der Globalisierung stehen. Die Gründe liegen auf der Hand. Ihr wachsender Einfluß auf den Welthandel hat inzwischen eine erhebliche Größenordnung erlangt. Zur Zeit sind rund 37.000 Unternehmen mit circa 200.000 ausländischen Tochtergesellschaften weltweit tätig (zum Vergleich: die empirischen Befunde der ersten und bislang umfassenden Studie von Raymond Vernon und der Harvard Business School in den 60er Jahren lassen erkennen, daß auf 187 US-Firmen mit mehr als sechs ausländischen Tochtergesellschaften und 209 Firmen außerhalb der USA mit mindestens einer ausländischen Niederlassung erst 28.318 ausländische Töchter entfielen. (vgl. Vaupel/Curhan 1974 und die Zusammenfassung bei John 1997, S. 10f.). Heute wickeln die global tätigen Unternehmen innerhalb ihrer eigenen Unternehmensbereiche bereits ein Drittel des Welthandels ab, ein weiteres Drittel vollzieht sich zwischen diesen Unternehmen.

Aus der reinen Größe allein läßt sich allerdings noch nicht die Notwendigkeit einer internationalen Unternehmensethik ableiten. Es sind vielmehr Phänomene wie Umweltzerstörung, Hunger und Arbeitslosigkeit sowie die stark unterschiedliche Verteilung von Einkommen und Vermögen, welche die Wirtschafts- und Unternehmenspolitik dazu zwingen, ihre Entscheidungen nicht mehr anhand ausschließlich ökonomischer Kategorien zu beurteilen. Probleme wie die Internalisierung externer Effekte und Kosten müssen in einem weltweiten Maßstab gelöst werden. Konflikte zwischen multinationalen Unternehmen und Entwicklungsländern können nämlich zu einer Art organisierter Unverantwortlichkeit führen, insbesondere bei diffusen Entscheidungsprozessen und asymmetrischen Machtbeziehungen zwischen der Zentrale und den ausländischen Tochtergesellschaften.

Mangels internationaler Verhaltenskodizes, die auch national mit Sektionsmechanismen ausgestattet sind, bleibt die Kontrolle von international tätigen Unternehmen angesichts deren De-facto-Handlungsspielräumen zwangsläufig unvollkommen. Obwohl damit weder alle Konflikte von global operierenden Unternehmen erfaßt werden, noch die dargestellten Konflikte ausschließlich ethischer Natur sind, zeigen sie dennoch die Notwendigkeit einer ethischen Reflexion auf.

Inhaltlich geht es um die Bestimmung der einzelnen Konfliktfelder des internationalen Geschäfts und deren Konsequenzen für eine internationale Unternehmensethik. Diese umfassen die Ableitung formal-ethischer und materiell-ethischer Normen für das Auslandsengagement global tätiger Unternehmen. Welche Konfliktbereiche im einzelnen entstehen, soll hier am Beispiel der Entwicklungsländer aufgezeigt werden (vgl. zum folgenden ausführlich Richter 1997, S. 96-120).
Die bei den Interaktionen auftretenden Konfliktfelder lassen sich differenzieren in Werte-/Normenkonflikte bei unterschiedlichen grundlegenden Wertvorstellungen; Verhandlungskonflikte bei impliziter und expliziter Verletzung von Vertragsbedingungen; Politikkonflikte wegen Meinungsverschiedenheiten über restriktive Bedingungen und Verfahrenskonflikte (alltäglich auftretende Interessenskonflikte) (vgl. Negandhi/Baliga 1979, S. 131 f.).

Sie wirken sich je nach der Art des Auslandsengagements unterschiedlich aus, wie ein Vergleich zwischen der Exportsituation einerseits und einer Kooperation und Kapitalbeteiligung andererseits erkennen läßt (siehe Richter 1997, S. 107-108). Die Interaktion multinationaler Unternehmen in Entwicklungsländern hängt ab von den zur Verfügung stehenden Potentialen und Handlungsmöglichkeiten auf beiden Seiten.

Beim Export entstehen z. B. Konflikte im Bereich der Werte und Normen, wenn es sich um Dual-Use-Güter handelt, die sowohl zivilen wie militärischen Zwecken dienen können und menschenrechtsverletzende Regime stützen. Normen-Konflikte entstehen auch bei der Lieferung von hochgiftigen Produktionsabfällen ins Ausland, wenn dort nachweislich die geeignete Entsorgungstechnologie fehlt. Werte- und Normenkonflikte gelten als hochgradig emotional und hochkomplex. Bei Kooperationen mit Kapitalbeteiligung treten häufig Verhandlungskonflikte auf hinsichtlich des Gewinntransfers und der damit verbundenen Festlegung der Transferpreise, aber auch im Hinblick auf die potentielle Verdrängung lokaler Industrien. Politikkonflikte können aus restriktiven Maßnahmen der Technologienutzung resultieren, welche die multinationalen Unternehmen zum Schutz ihrer überlegenen Technologie ergreifen, aus den Local-Content-Bestimmungen und den Zugangsbeschränkungen der Entwicklungsländer zum heimischen Kapitalmarkt sowie aus der Forderung nach der Besetzung von Spitzenpositionen im Management der ausländischen Tochter.

Last but not least stehen Verfahrenskonflikte im Vordergrund der Auseinandersetzung. Sie betreffen die Gewinnverwendung, den Grad der Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen im Ausland, die Produktpolitik (Preispolitik, Vertriebsweg, Produktgestaltung) sowie die Personalpolitik und das Industrial-Relations-System. Verhandlungskonflikte enthalten zwar eine geringere Komplexität als Werte-/Normenkonflikte, sie können aber mit hoher Intensität und ausgesprochen emotional geladen auftreten, im Unterschied zu den vergleichsweise mehr rationalen und wenig komplexen Verfahrenskonflikten.
Ethische Konflikte liegen dann vor, wenn sich zwischen Individuen oder Institutionen Divergenzen im Bereich der Normen, Ziele und Wertvorstellungen ergeben. Zu den wichtigsten Erscheinungsformen zählen nach Donaldson (Donaldson 1993, S. 735):

 Bestechungen und andere fragwürdige Zahlungen.
 Beschäftigungsfragen. Marketingpraktiken.
 Auswirkungen auf Wirtschaft und Entwicklung der Gastländer.
 Folgen für die natürliche Umwelt.
 kulturelle Einflüsse von MNU-Tätigkeiten.
 Beziehungen zu den Regierungen der Gastländer.
 Beziehungen zum Gastland.

Die genannten Konflikte treten sowohl innerhalb von Unternehmen (intraorganisational) auf, entweder als Konflikte zwischen dem Stammhaus und der ausländischen Tochter oder zwischen den verschiedenen Tochtergesellschaften, als auch zwischen dem Unternehmen und dem Gastland bzw. seiner Umwelt (interorganisational) (vgl. dazu die Beispiele bei Gilbert/Würthner 1995, S. 3-6).

3.2. Diskursives Konfliktmanagement mit Hilfe der Konzeption der Entscheidungsethik

Jede Lösung von Konflikten zwischen einem global tätigen Unternehmen und dem Gastland bewegt sich im Spannungsfeld zwischen einer ethnozentrischen Grundhaltung einerseits und einem Kulturrelativismus andererseits. Der Ethnozentrismus geht von der Übertragbarkeit und prinzipiellen Überlegenheit einheimischer Wertvorstellungen auf andere Kulturen aus. Ethnozentrismus muß sich nicht nur den Vorwurf des Kulturimperialismus gefallen lassen, sondern führt auch zu ökonomisch suboptimalen Resultaten (vgl. Nill 1994. S. 35f.). Doch ist auch von einer kulturrelativistischen Haltung keine Problemlösung zu erwarten, weil die Begründung von Moralprinzipien, die alle einen gleichberechtigten Anspruch haben, einem naturalistischen Fehlschluß unterliegt.

Aus empirisch vorgefundenen Moralvorstellungen kann nicht auf den anzustrebenden Sollzustand geschlossen werden (vgl. dazu im einzelnen Gilbert 1997, S. 89-92). Würden sich beispielsweise Führungskräfte bedingungslos an den fremdkulturellen Normen orientieren und ihre eigenkulturellen Werte außer Acht lassen, so führte dies zu intraindividuellen Konfliktpotentialen (siehe Hinterhuber/Nill 1993, S. 265f.).

Ein diskursethisches Konfliktmanagement wird auf der strategischen Ebene des Unternehmens ansetzen. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß die Diskursethik nicht von dem an sie gerichteten Anspruch überfordert wird. In diesem Sinne präzisiert auch Habermas ihren Anwendungsbereich. „Sie erstreckt sich nur auf die praktischen Fragen, die rational, und zwar mit der Aussicht auf Konsens erörtert werden können. Sie hat es nicht mit der Präferenz von Werten, sondern mit der Sollgeltung von Handlungsnormen zu tun“. (Habermas 1992, S. 113f.).

Das entscheidungsethische Konzept der Unternehmensethik nimmt diesen pragmatischen Ansatz auf, es ist in der Verantwortungsethik verwurzelt und bedenkt die Folgen unternehmerischer Entscheidungen unter einer strategisch langfristigen Perspektive (siehe dazu ausführlich Kreikebaum 1996, S. 179-207; vgl. auch die Anwendung auf Marketingprobleme bei Kreikebaum 1997a, S. 239 242).

Die pragmatische Orientierung zeigt sich in der Einbindung ethischer Überlegungen in die strategischen Entscheidungsprozesse, die auf den verschiedenen Ebenen des Unternehmens getroffen werden. Dabei sind unterschiedliche interne und externe Anspruchs- bzw. Interessengruppen involviert (zu letzteren vgl. ausführlich Behnam/Muthreich 1995). Bei der Lösung von Konflikten können die Anspruchsgruppen je nach der Phase des Diskurses von der Information über die Diskussion bis zum Abschlußdiskurs wechseln bzw. in unterschiedlicher Intensität beteiligt sein (zum Verlauf praktischer Diskurse siehe Gilbert 1997, S. 193 201).

Im Mittelpunkt der pragmatischen Orientierung steht die Frage, wie sich ethische Positionen im ökonomischen Bereich durchsetzen lassen. Die Konzeption der Entscheidungsethik verknüpft die Ethik und Ökonomik in der Weise, daß nach einem einheitlichen Rationalitätsmaßstab gehandelt und die ökonomische aus der gesamtgesellschaftlichen Rationalität abgeleitet wird (siehe dazu ausführlich Behnam 1998, S. 75 82, S. 138 147, S. 189 194). Sie setzt bei den Normen und Werten der Entscheidungsträger (z. B. Manager, Unternehmen) an und gründet sich auf die Verantwortungsethik.

Mit der verantwortungsethischen Fundierung wird ein zentraler Aspekt der entscheidungsethischen Konzeption bezeichnet: die Verantwortung von Personen und Institutionen für übernommene Aufgaben oder ein übertragenes Amt und die Verpflichtung gegenüber einer anderen Instanz. Der Verantwortungsaspekt steht für Küpper im Zentrum der Integrierung ethischer Überlegungen in die Betriebswirtschaftslehre (siehe Küpper 1988 und Küpper 1992). Nach Lenk lassen sich die Handlungs-(ergebnis-)verantwortung, die moralische Verantwortung sowie die Aufgaben- und Rollenverantwortung voneinander unterscheiden (vgl. Lenk 1987, S. 119-121). Verantwortliches Handeln ist in dem Sinne zukunftsorientiert, als die mittel- und langfristigen Folgen von Aktionen in die gegenwärtige Entscheidungssituation einbezogen werden (zu den Schwierigkeiten ihrer Vorhersehbarkeit vgl. Hinterhuber 1996, S. 36f.).

Von einem christlichen Verständnis der Wirklichkeit her geht es darum, den "Maßstab der Liebe in der sozialen Ordnung der Gesellschaft" durchzusetzen und zwar durch die "persönliche Zuwendung von Mensch zu Mensch" (von Weizsäcker 1983, S. 27). Frei von einer ideologisch-religiösen Festlegung muß der Christ ebenso wie der Nicht-Christ seine moralischen Überzeugungen vernünftig und sachverständig begründen. Ihm steht kein "politisches oder ethisches Besserwissen" (Logstrup 1968, S. 123) zu, und er verfügt auch nicht über ein göttlich garantiertes Wissen über das in der jeweiligen Situation absolut Richtige. Allerdings wird er es zu seiner Aufgabe machen, der von Jesus ausgesprochenen Forderung zu entsprechen und das Wohl des anderen für sein Handeln zum entscheidenden Faktor seines Denkens, Redens und Handelns zu machen.

Und er ist sich bewußt, daß auch sein berufliches Tun oder Unterlassen wie in einem Lebens-Film für ein endgültiges Urteil festgehalten wird (siehe 1. Petrus 3,15). In dieser Verbindlichkeit kommt der Rechtfertigungsaspekt der Verantwortung gegenüber einer Person oder Institution prägnant zum Ausdruck.

Die strategisch-langfristige Perspektive der Entscheidungsethik ergibt sich aus der Notwendigkeit, nicht nur die Wechselwirkungen des Handelns zu bedenken, sondern auch dessen mögliche Konsequenzen zu reflektieren. Gegenwärtig sind es insbesondere die Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen auf die Natur und die künftigen Generationen, die bei einem "Denken vom Ende her" zu berücksichtigen sind (Kreikebaum 1997b, S. 167).

Inhaltlich geht es sowohl um eine Öffnung als auch um eine Schließung strategischer Perspektiven durch ethische Reflexion. Das Unternehmen kann entweder durch ein erneutes Nachdenken bzw. Umdenken neue strategische Perspektiven entdecken oder bestimmte bisherige Aktionen als umweltethisch bedenklich abbrechen (vgl. Behnam 1998, S. 191 f.). Allerdings wird dabei ein kritisches Reflexionspotential vorausgesetzt, das im Unternehmen angelegt ist und auf eine kritische Distanzierung zum Status quo abzielt (vgl. Steinmann/Kustermann 1996, S. 4).




4 Unternehmensbezogene Ethik Leitlinien der Globalisierung




Jede Rahmenordnung weist bestimmte Defizite auf (siehe Homann 1994, S. 115). Diese Aussage gilt auch für die dargestellten Empfehlungen supranationaler Institutionen so wichtig deren Formulierung und Inkraftsetzung sind. In einer von "Unsicherheit, Unwissenheit, Transaktionskosten, Macht und dynamischen Empfehlungen" (Homann 1992, S. 81) bestimmten Weltwirtschaft müssen die international tätigen Unternehmen zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um bestehende moralische Defizite der Globalisierung zumindest provisorisch zu beheben im Sinne eines "Paradigma des Dienens“ (Hinterhuber 1997, S. 185-195). Die selbstverpflichtende Aufstellung ethischer Leitlinien seitens der multinationalen Unternehmen ist vor allem notwendig, um ein geeignetes Instrument zur Handhabung der mit der Globalisierung verknüpften gravierenden Konflikte zu erhalten.

Denn "Codes of Ethics" zielen in spezifischer Weise auf die Situation eines ethischen Dilemmas ab, in der "tough choices" erforderlich sind (vgl. Toffler 1986, S. 14-22). Sie erhalten so eine aktuelle Konfliktregelungsfunktion und können in einen diskursiven Normenfindungsprozeß eingebunden werden (siehe dazu ausführlich Kreikebaum 1996, S. 238 249). Ethische Leitlinien der Globalisierung setzen einen institutionalisierten Diskurs zwischen Betriebspraktikern und Ethikexperten voraus, um unterschiedliche Kulturelemente, Glaubensüberzeugungen und Religionsvorstellungen gegebenenfalls länderbezogen berücksichtigen zu können (vgl. dazu den Vorschlag von Sautter 1995).

Aus der Sicht der Entscheidungsethik sind an die Formulierung von ethischen Leitlinien folgende Forderungen zu stellen:

 Dialogische Abstimmung mit allen betroffenen Entscheidungsträgern.
 Schriftliche Dokumentation und Information aller Interessensträger.
 Einfache Formulierungen und operationale Vorgaben.
 Ausrichtung auf gegenwärtige und potentielle Konfliktsituationen.
 Inhaltliche Konsistenz.
 Leichte Implementierbarkeit und zwangsfreie Weitergabe ("Kulturdiffusion").
 Überprüfung der Einhaltung durch neutrale Stellen.

Die Beachtung dieser Bedingungen ist deshalb besonders wichtig, weil gerade global gültige „Codes of Conduct“ leicht der Gefahr der konsensbedingten Unverbindlichkeit erliegen. Die regelmäßige Überwachung der Leitlinien auf ihre strikte Einhaltung muß alle Führungsebenen und sämtliche ausländischen Tochtergesellschaften einschließen. Nur so ist eine "organisierte Unverantwortlichkeit" zu verhindern, wie sie sich im Falle der Giftkatastrophe von Bhopal ereignete. Das indische Niederlassungsmanagement hatte auf die globale Technologie und die damit verbundene Kontrolle der Zentrale vertraut und sich dadurch als moralisch entlastet gesehen (vgl. dazu im einzelnen Kumar/Sjurts 1991, S. 164 170).

Legt man die Eine-Welt-Vorstellung als gemeinsame Werthaltung des Nord-Süd-Dialogs zugrunde, so bestehen offensichtlich noch beträchtliche Steuerungsdefizite aufgrund von Informations- und Machtasymmetrien (siehe dazu die praktischen Beispiele bei Richter 1997, S. 256-262). Multinationale Unternehmen können durch eine global geltende Verpflichtung zur Einhaltung von Verhaltenskodizes einen wichtigen Beitrag zur vorurteilsfreien Analyse von Konfliktzonen und zur Suche nach friedensstiftenden Lösungsalternativen leisten.



Literaturverzeichnis

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Hartmut Kreikebaum
Universität Frankfurt
Mertonstraße 17
D 60054 Frankfurt a.M.


Aus: Perspektiven im Strategischen Management, Festschrift anläßlich des 60. Geburtstages von Prof. Hans H. Hinterhuber, Berlin/New York 1998.






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