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DER ÄLTESTEN UND DIAKONENDIENST IN DER GEMEINDE


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Rolf

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DER ÄLTESTEN UND DIAKONENDIENST IN DER GEMEINDE





An der Gemeinde möchte Gott Seine 'mannigfache Weisheit' sichtbar werden las¬sen (Eph 3,10). Deshalb ist für uns die neutestamentliche Gemeindeordnung ver¬bindlich. Sie gilt für uns auch in der Ältesten und Diakonenfrage.

1 Der Dienst der Ältesten und Diakone

Einerseits gilt grundlegend in der Gemeinde: "Einer ist Euer Meister, Ihr aber seid alle Brüder" (Mt 23,8), andererseits kennt das Neue Testament aber auch den Unterschied zwischen Brüdern mit gemeindeleitenden Aufgaben und den übrigen Gemeindegliedern (Hebr. 13,24; Phil 1,1).

1.1 Der Ältestendienst in der Gemeinde
1.) Für die leitenden Brüder der Gemeinde kennt das Neue Testament verschie¬dene Dienstbezeichnungen:

Führer (griech.: hegoumenoi) Hebr 13,17;
Aufseher (griech.: episkopoi) Phil 1,1; 1Tim 3,1;
Vorsteher (griech.: prohistamenoi) 1Thess 5,12;
Hirten (griech.: poimenoi) Eph 4,11;
Älteste (griech.: presby¬teroi) Tit 1,5.

Übrigens: das sind verschiedene Bezeichnungen für die glei¬chen Leute. So werden die gleichen Leute in Tit 1,5 "Älteste", in Tit 1,7 "Auf¬seher" genannt; und nach 1Pet 5,1+2 hat der "Älteste" als Hirte die Herde zu 'weiden' und 'Aufseher' zu sein.

2.) Solche leitenden Brüder kommen in den neutestamentlichen Gemeinden immer in der Mehrzahl vor (Apg 14.23; 20,17.28; Tit 1,5), nie trägt nur einer die Ver¬antwortung.

Andererseits kann aber schon im Neuen Testament in der Ältesten¬schaft einer als Leiter hervortreten (so etwa Jakobus in, Jerusalem, Apg 21.18; vgl. 15,13 22). Vielleicht ist in den Sendschreiben der Offenbarung mit dem 'Engel (Boten) der Gemeinde' jeweils dieser 'Gemeindeleiter' gemeint (Offb 2+3).

3.) Die 'leitenden Brüder' der örtlichen Gemeinden haben nach dem Neuen Testa¬ment folgende Aufgaben:

1Thess 5,12:
- sie mühen sich ab für die Gemeinde
- sie stehen der Gemeinde vor im HErrn
- sie treiben Seelsorge

Tit 1,9:
- sie überführen die Widersprechenden mit gesunder Lehre

Hebr 13,17:
sie wachen über die Seelen der Gemeindeglieder
- sie sind Gott Rechenschaft schuldig über das, was in der Ge¬meinde geschieht

1Pet 5,1f:
sie sollen die Herde gerne weiden (d.h., Schutz, Nahrung und Führung geben)
sie sollen Vorbilder der Herde sein

Apg 20,28 35
sie sollen auf sich und die Herde achten
- sie sollen die Gemeinde vor Irrlehren schützen
sie sollen sich der Schwachen annehmen.

1.2 Der Diakonendienst in der Gemeinde
Mit dem Wort 'Dienst' (griech.: diakonia) kann im Neuen Testament allgemein jede Art von Aufgabe in der Gemeinde bezeichnet sein (auch der Ältestendienst), andererseits aber auch der speziell „diakonische“ Dienst (Röm 12,6+7; 1Pet 4,10f).

In diesem 'speziellen' Sinn werden in Phil 1,1 die Diakonen neben den Ältesten erwähnt. Auch die klassische 'Diakonen Stelle' im Neuen Testament, Apg 6,1 6, macht deutlich: beim Dienst der Diakonen geht es um den praktischen Dienst ( 'zu Tische dienen'/'Witwenversorgung'); ausdrücklich wird dort der Diakonendienst vom 'Dienst am Wort' (V.4) unterschieden.

Diesen praktischen Diakonendienst versehen im Neuen Testament auch Frauen. So wird in Röm 16,1f die Diakonisse Phöbe erwähnt (vgl. auch 1Tim 3,11).

ANMERKUNG. In unseren Baptistengemeinden bilden die „Ältesten“ und „Diakonen“ den Gemeindevorstand. Der Dienst der Diakonen erstreckt sich hier also nicht nur auf den „praktischen Dienst“, sondern schließt einen verantwortlichen Vorstanddienst mit ein. Nach neutestamentlichem Verständnis kann dieser gemeindeleitende Dienst nur von Brüdern wahrgenommen werden. Praktisch-diakonische Aufgaben werden dagegen von Schwestern und Brüdern wahrgenommen.

2 Die Wahl der Ältesten und Diakone

Wie wird man Ältester oder Diakon? Übernimmt man selbst einfach diese Aufgaben? Wird man gewählt? und wenn ja: wie? Hier besteht viel Unsicherheit. Manche lehnen jegliche Wahl ab und menschliche Bestätigung für solche Dienstämter ab, andere übertragen einfach demokratisch-politische Wahlmuster auf die Gemeinde. Hier müssen wir gut hören, was das Neue Testament sagt.

2.1 Die Wahl im eigentlichen Sinn steht nur Gott zu
Der dreieinige Gott ist es, der sich seine Diener erwählt:

• Gott der Vater gibt Apostel, Propheten und Lehrer (1Kor 12,28);
• Christus setzt Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten/Lehrer ein (Eph 4,11);
• Der Heilige Geist setzt Menschen zum Hirten und Ältestendienst ein (Apg 20,28).
2.2 Der Gemeinde kann es nur darum gehen, Gottes Wahl zu erkennen und in die (Gemeinde ) Praxis umzusetzen

Die Frage ist hier natürlich: Wie wird der Wille Gottes erkannt? Wir sagen:

(1) Die persönliche Motivation des Einzelnen zum Gemeindedienst genügt hier noch nicht.

Gewiß, nach 1Tim 3,1 ist es eine gute Sache, wenn jemand ein 'Auf¬seheramt' erstrebt. Es kann sein, daß der Einzelne hier schon eine innere Beru¬fung spürt, die möglicherweise auf Gottes Ruf zurückgeht. Aber Vorsicht: Es gibt auch ein Streben aus falschen Motiven. Jakobus warnt: "Brüder, wollt nicht alle Lehrer werden ... " (Jak 3,1). Zur persönlichen Motivation mußte auf jeden Fall die Bestätigung durch die Gemeinde kommen. (Auch 1Kor 16,15 darf nicht im sinne einer 'Selbsteinsetzung zum Dienst' mißgedeutet werden!).

(2) Die Gemeinde erkennt die von Gott Berufenen und setzt sie ein.

Das ausführlichste und aufschlußreichste Beispiel für eine Diensteinsetzung im Neuen Testament ist die Diakonenwahl in Apg 6,3 5. Dort werden folgende Schritte genannt:

a) "Seht euch um nach sieben Männern von gutem Zeugnis, die voll Heiligen Geistes und Weisheit sind..." (Apg 6,3).
Es geht darum, daß in der Gemeinde Umschau gehalten wird nach Brüdern, die Gott für den Dienst vorbereitet hat. Dabei werden klare Kriterien genannt, die erfüllt sein müssen ("Guter Ruf", "voll Geistes", "voll Weisheit"). An anderer Stelle zeigt uns das Neue Testament ausführlich, welche Eigenschaften Älteste und Diakone haben müssen: Älteste (1Tim 3,1 7; Tit 1,5 9); Diakone (1Tim 3,8 13). Dies sind Gottes verbindliche Maßstäbe. Die Gemeinde ist gefordert, nach Leuten mit diesen geistlichen Merkmalen Ausschau zu halten. Nicht gemeindepolitische Erwägungen, nicht Sympa¬thie und Antipathie sollen uns leiten, sondern diese Maßstäbe. Beten und Fasten können beim Erkennen der richtigen Leute helfen (Apg 13,2).

b) "Und sie erwählten (sie) ..." (Apg 6,5).
Die als von Gott befähigt erkann¬ten Brüder werden nun gewählt. Von diesem 'Wählen' spricht das Neue Testament auch andernorts. "Als sie ihnen aber in jeder Gemeinde Älteste gewählt hatten, beteten sie mit Fasten ..." (Apg 14,23). Und nach 2Kor. 8,19 wird ein Bruder von den Gemeinden zu einem diakonischen Dienst gewählt. Wie die Wahl im Einzelnen vollzogen wurde (bzw. vollzogen werden muß), sagt uns das Neue Testament nicht. Daß gewählt wird, macht es uns aber unmißverständlich klar.

c) Nun kommt es zur Einsetzung in den Dienst (vgl. V. 3b): "Diese stellten sie vor die Apostel, und als sie gebetet hatten, legten sie ihnen die Hände auf" (Apg 6,6).
Von solcher 'Einsetzung in den Dienst' lesen wir auch in Tit 1,5, und andere Stellen bestätigen uns, daß solche Dienst¬einsetzung nach dem Neuen Testament mit Handauflegung verbunden ist (Apg 13,3; 1Tim 4,14). In der Handauflegung stellt sich die Gemeinde voll hinter ihre Dienstträger: sie segnet, sendet und bittet für sie.

DER DIENST DER ÄLTESTEN IN DER GEMEINDE

3 EINLEITUNG
3.1 Die Situation in den neutestamentlichen Gemeinden
Wir haben es meistens mit werdenden Gemeinden zu tun, die ihre Ordnungen und Arbeitsformen erst finden müssen. Sie sind z.T. einem starken geschichtlichen Wandel unterworfen. So sehen wir an der Gemeinde in Jerusalem während einer Generation, wie die Leitungsformen sich noch stark verändern.

• Die Leitung liegt zunächst bei den 12 Aposteln
• Kurze Zeit später wird von "Drei Säulen" gesprochen: Petrus, Johannes und Jakobus
• Bald darauf ist nur noch von einem Mann die Rede von Jakobus

Schon die zweite Generation der Gemeinde mußte sich mit Verfolgungen und Irrlehren herumschlagen. Damit konnte die Gemeinde nur mit einer klaren und vollmächtigen geistlichen Führung fertigwerden. Außerdem verlangte die zunehmende Größe der Gemeinden nach neuen Arbeitsformen und festen Dienstämtern.

2. Die Bezeichnung der Dienste in den Gemeinden

1. Das NT spricht von Aufsehern (griech.: "episkopoi" Luther "Bischöfe"),
von Ältesten (griech.: "presbyteroi") und
von Diakonen (griech.: "diakonoi")

2. Die Bezeichnungen der Leitungsämter sind aber austauschbar. Paulus nennt
die Ältesten der Gemeinde von Ephesus auch "Aufseher und Hirten" (Apg 20,17+28; vgl. 1Petr 5,1 2)

3. Die Anzahl der Ältesten ist verschieden:
Je nach Größe der Gemeinde
Je nach den Bedürfnissen der Gemeinde
Je nach den vorhandenen Gnadengaben für diesen Dienst

Darum richtet sich auch die Zahl der Ältesten heute nach diesen drei genannten Gesichtspunkten und kann darum von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich aus¬fallen.


4 WELCHE AUFGABEN HABEN DIE ÄLTESTEN DER GEMEINDE?

4.1 Älteste sollen die Gemeinde im Wort Gottes unterweisen können
1. Den Weg zu Christus und mit Christus vom Wort aufzeigen können.
Titus 1,9: "Er soll sich an das zuverlässige Wort der Lehre halten, damit er
imstande ist, mit der rechten Lehre zu ermahnen und die zurechtzuweisen, die
widersprechen." 1Tim 3,2: »Er soll ein guter Lehrer sein».

2. Mit dem Wort ermahnen und trösten.
2Tim 4,2 : "Predige das Wort, sei zur Stelle, ob's den Menschen recht ist
oder nicht; weise zurecht, drohe und ermahne in geduldiger Belehrung."

3. Falsche Lehren und Verführungen erkennen, aufdecken und mit dem Wort bekämpfen.
1. Tim. 4,16 "Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre, halte daran fest! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und alle, die auf dich hören!
(Vgl. Tit 1,9)
Darum muß ein Altester seine Bibel gut kennen und alles, was er hört am Wort
Gottes prüfen.


4. Selbst ein lebendiges Vorbild der Gemeinde sein.
1Tim 4,12: "Sei ein Vorbild den Gläubigen in dem Wort, im Wandel, in der
Liebe, im Glauben, in der Reinheit."

5. In diesem Dienst die Bereitschaft zum Leiden haben.
2Tim 3,12: "Und alle, die ihr Leben im Glauben an Christus Jesus führen
wollen. müssen Verfolgung leiden.“
2Tim 4,5 : "... Leide willig ..."

4.2 Älteste sollen die Hirten der Gemeinde sein
1Petr 5,2.3 "Weidet die Herde Gottes, die euch anvertraut ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht aus Ge¬winnsucht, sondern von Herzensgrund; nicht als Herrscher über die Gemeinden, sondern als Vorbilder der Herde."
• Sie sind nicht Besitzer der Gemeinde, sondern Pfleger und Helfer. Bereit¬schaft zu jeder Art persönlichen Einsatzes in der Verantwortung vor Jesus Christus, dem Besitzer der Gemeinde, ist nötig.
• Sie achten darauf, daß die Alten, Kranken und Schwachen der Gemeinde nicht vernachlässigt werden (Apg. 6,1ff).

4.3 Älteste tragen die geistliche Verantwortung für die Gemeinde

Apg 20,28: "So gebt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, zu deren Hirten euch der Heilige Geist eingesetzt hat, damit ihr die Gemeinde Gottes weidet, die er durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat."

1Tim 3,5: "Er soll für die Gemeinde Gottes sorgen"

1Tim 5,17: "Sie sollen sich mit ganzer Kraft um Predigt und Lehre bemühen"

Sie haben sich nicht in erster Linie um geschäftliche und bauliche Dinge zu kümmern. Dies sollte ihnen von anderen Gemeindegliedern abgenommen werden.

Wie sich ein guter Vater verantwortlich für jedes Familienglied weiß, so sollen Älteste sich zuerst um das geistliche Leben eines jeden Gemeindegliedes mühen: Hausbesuche machen, geistliche Gespräche führen, lehren, ermahnen, trösten, beten (auch unter Handauflegung über den Kranken Jak 5,13 ff).

Sie sorgen dafür, daß dem gemeinsamen Gebet genügend Zeit eingeräumt wird (Apg. 4,24 31).

Sie helfen den Gemeindegliedern, ihre Gaben zu entdecken und entsprechend im Dienst einzusetzen (1Petr 4,10) Evangelisation und Mission muß ihnen ein brennendes Anliegen sein. Darum fragen sie den Herrn, welche Gemeindeglieder als Prediger und Missionare ausgesandt werden sollen, damit neue Gemeinden gegründet werden (Apg 13,1 3).

4.4 Älteste müssen bereit sein, auch "heiße Eisen" anzufassen
(1Tim 1,18 20; 1Kor 5,1ff; 2Thess 3,6; Matth 18,15ff)

Älteste haben sich in allem fest und unverrückbar an die Weisungen des Wortes
Gottes zu halten.
Sie müssen verderblichen Zeitströmungen widerstehen.
Der vollzeitliche Mitarbeiter hat mit den teilzeitlichen Ältesten diese Aufgaben
mitzutragen, da er nie allein für sich beanspruchen oder sich von den
anderen Ältesten allein übertragen lassen.

Diese große Aufgabe und die hohe Verantwortung bedingen "stark zu werden in
der Gnade" (2Tim 2,1).

4.5 Älteste müssen Diakone und möglichst alle Glieder der Gemeinde in die Mitarbeit und Mitverantwortung berufen, damit die geistliche Versorgung aller Gemeindeglieder sichergestellt ist und niemand duch die vielen Aufgaben überlastet wird (1Tim 3,8-16)
Die Ältesten tragen vor Gott und in der Gemeinde eine große Verantwortung. Allein Jesus kann den einzelnen Ältesten Gnade schenken, diese ihnen auferlegte Ver¬antwortung richtig zu tragen.


5 DIE VORAUSSETZUNGEN FÜR DAS DIENSTAMT DER ÄLTESTEN

Der Dienst der Ältesten ist trotz der schweren Verantwortung ein erstrebenswerter Dienst, der aber an bestimmte Voraussetzungen und Qualitäten gebunden ist. Aus den Aufgaben ergibt sich, daß ein Ältester ...

• für die Gemeinde Zeit haben muß,
• die ganze Gemeinde im Gebet trägt ,
• sich seelsorglich um die einzelnen Glieder bemüht.

Lesen Sie bitte jetzt 1Tim 3,1 7 und Tit 1,5 9

Ein Ältester muß also ein an Jesus von Herzen glaubender, ein in der Gemeinde bekannter und bewährter Mann sein.

Aus den Abschnitten s.o. ergeben sich folgende Voraussetzungen:

1. Das Eheleben muß unanstößig sein = Ehemann einer einzigen Frau

1. Er kann nicht in dem Ruf stehen, noch eine Geliebte zu haben

2. Er sollte kein Geschiedener und/oder Wiederverheirateter sein (jedenfalls sollte das bei ihm nicht vorgekommen sein, nachdem er zum Glauben gekommen war). In der Gemeinde gibt es zwar volle Vergebung und Rettung durch Jesus von jeder Sünde, aber die öffentlichen Nachwirkungen der Sünde sind oft nicht leicht zu tilgen und machen die Berufung in einen öffentlichen Gemeindedienst unmöglich.

2. Nüchtern maßvoll würdig (2b)

ohne einen Hang zu Schwärmereien und Überspanntheiten
ohne unkontrollierten Zorn und vorschnelles Urteilen
ohne eine anstößige, auffallende oder provozierende Lebensweise
ohne eine Abhängigkeit von Gefühlen, Stimmungen und Leidenschaften.

3. Gastfrei (2c)

Ein Ältester sollte ein offenes Haus haben für alle, die Gastfreundschaft suchen und brauchen dies sollte gern und ohne Seufzen geschehen.

4. Ein guter Lehrer (2c)

Dies ist wichtig, weil die Gemeindeleitung nicht zuerst eine technische Verwaltung oder ein Management, sondern eine geistliche Führung ist, die sich des Wortes Gottes bedient.
Darum muß ein Ältester seine Bibel kennen und auch etwas von der gegenwärtigen Weltlage und den geistigen Strömungen der Zeit wissen.

Mindestens für einen Teil des Ältestenkreises gehört dazu auch die Befähigung zum öffentlichen Reden (Predigen), ein seelsorgliches und pädagogisches Charisma (Gnadengabe).

5. Gesichtspunk zur sittlichen Unantastbarkeit des Ältesten (3)

1. Nicht dem Alkohol oder anderen Lastern ergeben.
2. Nicht unbeherrscht oder gewalttätig = gelinde, nicht streitsüchtig= gütig, nachsichtig und friedliebend.
3. Frei von Habgier, Geldgier und Gewinnstreben: Ein Ältester soll hier zeigen, daß das Volk Gottes auf Erden keine bleibende Stadt hat.
Habsucht macht anrüchig nach außen und hindert die Evangelisation.
Habsucht macht anrüchig nach innen und zerstört das Vertrauen.
4. Er muß in seiner Familie die Autorität haben und für die innere und äußere Ordnung sorgen (VV. 4 5) jedenfalls so lange, wie die Kinder noch minder¬jährig sind.
5. Er soll kein Neuling im Glauben und in der Gemeinde sein (V. 6):
Gefahr des Hochmutes und Stolzes für ihn selbst.
Gefahr der Irreführung der Gemeinde durch mangelnde Kenntnis des Wortes Gottes und geringe Glaubenserfahrung.
6. Er muß ein gutes Zeugnis bei den christusfernen Menschen am Ort und seiner Arbeitsstelle haben (V. 7).

Wir sehen, daß in der Gemeinde Jesu nur der ein Ältester sein darf,
• der eine geistliche Wiedergeburt (Joh 1,12f) erlebt hat,
• der durch die Gnade Gottes ein Leben führt, das allen Gläubigen ein Vorbild ist,
• der auch bei den Ungläubigen in einem guten Ruf steht.

6 WIE SOLL EINE GEMEINDE DIE ÄLTESTEN IN IHREN DIENST BERUFEN?

Berufung von göttlicher wie von menschlicher Seite ist notwendig zum Antritt eines Gemeinde-dienstes. Die Berufung von göttlicher Seite geschieht wesentlich durch das Gnadengeschenk der genannten Voraussetzungen und Gaben für diesen Dienst. Die Bestäti¬gung dieser Berufung durch Gott erfolgt dann durch die Willenserklärung / Berufung der Gemeinde. Dies muß unter viel Gebet geschehen.

In den Gemeinden des NT wurde die Berufung unterschiedlich gehandhabt:

1. In Apg. 6,1 7 wurden Diakone durch die Gemeindeversammlung gewählt = wahrscheinlich durch Handheben (ähnlich könnte es in 1Tim 4,14 und 2Tim 1,3 gemeint sein, denn an die erfolgte Berufung schloß sich die Einsetzung durch Handauflegung an).

2. In Apg. 14,23 werden Älteste auf Anregung der Apostel durch die Apostel einge¬setzt (in Lystra, Ikonion, Antiochia).

3. Ein vorhandener Ältestenkreis kann nach Gebet und reiflicher Prüfung berufen.

4. Ein bewährter Gemeindeleiter mag durch die ihm von Gott verliehene Autorität berufen und einsegnen.

Wie auch die Berufung erfolgt, in jedem Fall sollte die Einmütigkeit der Gemeinde vorhanden sein.

7 WIE SOLL EINE GEMEINDE MIT IHREN ÄLTESTEN UMGEHEN

Den Ältesten der Gemeinde sollte von allen Gliedern Gehorsam und Ehrerbietung ent-gegengebracht werden. So biblisch das allgemeine Priestertum ist, so unbiblisch ist es, denen die Ehre und den Gehorsam zu verweigern, die einen besonderen Dienst in der Gemeinde ausüben. Darüber lauten die klaren biblischen Aussagen:

Hebr 13,17 »Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen denn sie wachen über euch und müssen dafür Rechenschaft geben. Sie sollen das mit Freuden tun können und nicht mit Seufzen, denn das wäre nicht gut für euch.«

1Thess 5,12 »Erkennt die an, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem HErrn und euch ermahnen, und achtet und liebt sie um so mehr um ihres Werkes willen.«

1Tim. 5,17 »Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, sollen doppelt geehrt und entlohnt werden, vor allem, wenn sie sich mit ganzer Kraft um Predigt un Lehre bemühen.«

1Tim. 5,19 »Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an ohne zwei oder drei Zeugen.«


Die Gemeinde = jedes einzelne Glied hat die Aufgabe, die Ältesten vor Verleumdung zu schützen, ihnen Vertrauen entgegenzubringen , unbewiesene Klagen abzulehnen, eine Beschuldigung nur anzunehmen, wenn zwei oder drei Zeugen da sind.

Älteste sollten in ihrer schweren und verantwortlichen Aufgabe in jeder Hinsicht von jedem unterstützt werden.

Die Ältesten brauchen das Gebet, die Fürbitte. Wer verantwortlich in der Gemeinde steht und nach dem Geist der Bibel handelt, wird treu für die Ältesten beten. Wenn jemand eine Klage gegen einen Ältesten hat, dann soll er nicht über ihn, sondern im Geist der Liebe mit ihm reden und beten (Matth.18,15ff; Lk 17,3-4; Gal 6,1-2)

WICHTIG FÜR JEDE GEMEINDE (Röm 12,9 11): "Die Liebe sei ohne Falsch. Haßt das Böse, haltet fest am Guten! Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Laßt euch vom Geist entzünden! Dient dem Herrn!"

Gott schenke unserer Gemeinde auch in Zukunft Älteste, durch deren Dienst die ganze Gemeinde gesegnet wird, damit das Haupt der Gemeinde, Jesus Christus, verherrlicht wird!


Dr. Helge Stadelmann.


Freie Theologische Akademie, Giessen, Rathenaustr. 5-7, 35394 Giessen www.fta.de

URL:http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/aeltesten_und_diakonendienst_in_der_gemeinde.doc

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