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Pater nennt polnische Präsidentengattin "Hexe"


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Rolf

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Radio Maryja



Pater nennt polnische Präsidentengattin "Hexe"



Der polnische Präsident Lech Kaczynski gilt als Hardliner - aber es geht auch noch härter: Der Chef des Senders Radio Maryja, eigentlich Unterstützer des Politikers, beschimpft in einem Audio-Dokument die First Lady für ihre Auffassungen über Abtreibung und Euthanasie.

Es hatte ein wunderschöner Sonntag werden sollen. Erstmals war Polens Premier Jaroslaw Kaczynski zu den versammelten Anhängern des ultrakatholischen "Radio Maryja" in den Wallfahrtsort Tschenstochau gefahren, um mit ihnen eine Messe und das fünfzehnjährige Bestehen des Senders zu feiern. Die Stimmung war großartig, Kaczynski - begleitet von seinen Stellvertretern, dem Populisten Lepper und dem Nationalisten Giertych - war gerührt. Die nach Millionen zählenden Hörer des Senders sind seine Stammwähler, und so versprach er den 150.000 Pilgern vom Altar her ein weiteres Mal, er werde "alles tun, damit Polen stark, stolz und souverän ist ". Der Direktor des Senders, der Redemptoristenpater Tadeusz Rydzyk, erwiderte: "Maria ist mit euch. Unsere christliche, katholische Kultur ist in Gefahr, wie auch Polen in Gefahr ist."

Stunden später war im Internet zu lesen, was Pater Rydzyk, Jahrgang 1945, über die Kaczynskis wirklich denkt. An einer von ihm gegründeten Hochschule, die wie der Sender ihren Sitz im nordpolnischen Torun (Thorn) hat, hat der charismatische Prediger vor Studenten Sätze gesagt, die der Sprecher Präsident Lech Kaczynskis in einer ersten Reaktion als "skandalös" bezeichnete - wenn sie denn gefallen seien, was noch zu überprüfen sei. Ein polnisches Magazin ist in den Besitz von Mitschnitten dieser Vorlesungen gekommen, und wer frühere Aussagen des Geistlichen kennt, dem kommen seine jüngsten Äußerungen vertraut vor, auch wenn sie noch schärfer sind.

Hauptziel seiner Angriffe aus diesem Frühjahr ist demnach Maria Kaczynska, die Ehefrau des Präsidenten. Frau Kaczynska hatte sich jüngst erkennbar emanzipiert und eigene politische Akzente gesetzt: Entgegen der Linie der Kaczynski-Partei sympathisierte sie mit Umweltschützern, die ein Straßenbauprojekt verhindern wollten, und wandte sich dagegen, die ohnehin strenge Abtreibungsgesetzgebung, wie von manchen in der Partei gefordert, noch zu verschärfen. Das wird ihr jetzt angekreidet, ebenso die Weigerung ihres Mannes, den Schutz des Lebens "bis zum natürlichen Tode" in der Verfassung festzuschreiben. Pater Rydzyk interpretierte das in dem Sinne, in Polen solle die Euthanasie zugelassen werden. Laut Tonbandmitschnitt sagte er vor Studenten über die First Lady: "Du Hexe! Ich werd's dir geben! Wenn schon Menschen töten, dann beginne doch mit dir selber."

Den Präsidenten soll Rydzyk als "Betrüger" bezeichnet haben, der die Zusage einer Begegnung mit ihm, dem Chef des Senders, nicht eingehalten habe. Auch wirft er ihm vor, das Museum der Geschichte der polnischen Juden, dessen Grundstein gerade in Warschau gelegt wurde, mit großen Summen zu fördern und überhaupt gegenüber "den Juden", die Polen "65 Milliarden Dollar" aus der Tasche ziehen wollten, zu nachgiebig zu sein. Die liberale "Gazeta Wyborcza" beschuldigt der Pater, einer "talmudischen Ethik" zu huldigen, die nicht polnisch sei.
"Radio Maryja" hatte vor allem aufgrund von Diskussionssendungen, in denen Hörer ungehemmt antijüdische Aussagen machen konnten, für Aufsehen gesorgt. Vor einem Jahr war auf Drängen Papst Benedikts XVI. ein Programmrat für den Sender berufen worden. Die neuen Aussagen Rydzyks sind der erste bekanntgewordene Fall, wo der Pater sich selbst antisemitisch äußert.
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