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Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen


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5 Antworten in diesem Thema

#1
Rolf

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Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen




Anwaltshure" oder "Schlampen-Internat": Obwohl der "Weltbild"-Verlag der Kirche gehört, verkauft er Porno-Bücher. Bedenken gibt es nicht.


"Weltbild" ist der größte deutsche Buchhändler. Was aufgrund des Verkaufsangebots nicht zu erkennen ist und daher viele nicht wissen: Dieser Medienkonzern gehört zu 100 Prozent der katholischen Kirche.

Doch seit Oktober ist Feuer unter dem Dach, nachdem das Fachmagazin "buchreport" berichtete, die katholische Verlagsgruppe beteilige sich am Geschäft mit Erotik. Man wolle, hieß es daraufhin eilig von Seiten der Bischöfe, den "Vertreib möglicherweise pornografischer Inhalte" durch den katholischen "Weltbild"-Verlag unterbinden. Vermutlich habe ein Filtersystem versagt.

Doch zahlreiche engagierte Katholiken, die schon seit mehr als zehn Jahren ihre Oberhirten so unermüdlich wie erfolglos auf den Skandal „Weltbild" aufmerksam machen, sind ob solcher Scheinheiligkeit entsetzt.

Die katholische Kirche steckt in der „Weltbild"-Falle, weil sie hunderte Millionen Euro in das das Augsburger Verlagshaus gesteckt hat, das aber Geschäfte betreibt, von denen Papst Benedikt sagt, sie gehörten zu den Gütern der Kirche, die ihr eigentliches Gut verdunkelten.

Bischöfe wissen um „Weltbild“-Skandal

Im Frühjahr 2008 trafen sich in einer bayerischen Bischofsstadt einige entschlossene Katholiken und erstellten eine 70-seitige Dokumentation über das fragwürdige Angebot des katholischen „Weltbild"-Verlages. Diese Dokumentation wurde allen deutschen Diözesanbischöfen zugeschickt, deren Bistümer Miteigentümer des „Weltbild"-Verlages sind.

In der Informationsmappe wurde beispielhaft nachgewiesen, dass „Weltbild" mit der Verbreitung von Sexbüchern, Gewaltverherrlichung, Esoterik, Magie und Satanismus eine Menge Geld verdient. Die Aktivisten nannten ihre Initiative „Katholisches! Weltbild“ und forderten die Bischöfe als verantwortliche Eigentümer in einem beigefügten Schreiben zum sofortigen Handeln auf. Erschüttert hat das die hohe Geistlichkeit kaum.

Mehr als die Hälfte aller betroffenen Bischöfe ließ nicht einmal den Eingang bestätigen und beantwortete auch einen später nachgeschobenen Brief nicht. Die Antwort aus dem Erzbischöflichen Ordinariat in München war gar zynisch.

Beschwerdebriefe werden ignoriert

Dem „PUR“-Magazin – einer Zeitschrift, die sich selbst , selbst als „wertkonservativ“ und „katholisch mit Sympathie für Papst und Kirche“ bezeichnet – liegt der im Auftrag von Erzbischof Marx am 5. Juni 2008 an die Initiative „Katholisches! Weltbild“ geschriebene Antwortbrief vor, verfasst vom Erzbischöflichen Finanzdirektor, Dr. Sebastian Anneser.

Darin heißt es: „Gestatten Sie mir aber dennoch eine kleine persönliche Anmerkung. Sie und die in der Anlage genannte Initiative ‚Katholisches! Weltbild’ haben verdienstvoller Weise mit viel Mühe alles Unkraut aufgestöbert. Als Priester, dem die Glaubwürdigkeit eines kirchlichen Unternehmens sehr wohl auch ein großes Anliegen ist, fällt es mir schwer, alle Energie ausschließlich darauf zu verwenden, noch das letzte Unkraut auszureißen, selbst wenn ich dabei wissentlich Gefahr laufe, den Weizen im Acker – zu vernichten. Und aus meiner und sicher auch Ihrer Kenntnis des Unternehmens wäre ich dankbar, wenn ich mit ebenso großem Engagement Bestätigung und Anerkennung erführe für den vielen Weizen, der beispiellos über ‚Weltbild’ unter das Volk gestreut wird.“

Mit solch überheblicher Ignoranz hatten selbst die kampferprobten Streiter für ein katholisches „Weltbild" nicht gerechnet. Sie hatten daher wohl auch nicht zu Unrecht den Eindruck, dass die bischöflichen Gesellschafter „nicht wirklich ernsthaft bereit sind, umgehend Abhilfe zu schaffen“.

Und irgendwie mögen sie den mehr als drei Jahre später eilig gesprochenen markanten Worten von Kardinal Marx nicht so recht glauben, wenn er jetzt in die Mikrofone der Journalisten ruft: „Wir wollen in unseren Verlagen weder Pornografie noch Gewaltverherrlichung. Wenn wir davon hören, gehen wir der Sache nach, und dann wird das unterbunden.“

Die gespielte Überraschung der Amtsträger

Die nach außen getragene Überraschung vieler kirchlicher Entscheidungsträger, dass in ihrem Großverlag Pornografisches vertrieben wird, ist gespielt. Schlecht gespielt. Seit Jahren gehen bei den Bischöfen Beschwerdebriefe von Gläubigen ein, die stereotyp bischöflicherseits so oder ähnlich beantwortet werden:

„Wir bestätigen den Eingang ihres Schreibens, das Herr Bischof ... zur Kenntnis genommen hat. Ich darf Ihnen versichern, dass Herr Bischof ... den darin geäußerten Fragen nachgehen wird.“

Seit 30 Jahren hantiert die katholische Kirche mit „Weltbild". Seit 30 Jahren ein Flirt mit Geld und Macht. Unter Missachtung ethischer und moraltheologischer Verpflichtungen hat sich die Kirche mit ihrem hauseigenen Konzern zu einem „Major Player“ im Mediengeschäft hochgepuscht. Dieser Weg nach oben hat Millionen an Kirchensteuergeldern verschlungen.

Konzern mit 20 Prozent Marktanteil

Heute hat das Unternehmen 6400 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 1,7 Milliarden Euro. Im Onlinebuchhandel ist das Augsburger Verlagshaus die Nummer zwei nach Amazon.

Im stationären Buchhandel hat „Weltbild" rund 20 Prozent Marktanteil. Damit ist der Konzern der führende Buchverkäufer in Deutschland.

Wer so einen florierenden Großkonzern besitzt, der verdient auch einen Haufen Geld, denkt sich der einfache Katholik, und weil die Kirche wohl mit den Gewinnausschüttungen viel Gutes bewirkt, hat die ganze Sache auch ihre positive Seite. Doch genau darauf haben die Eigentümer offenbar regelmäßig verzichtet und die gesamten Gewinne reinvestiert, um das kapitalistische Ziel, milliardenschwerer Marktführer zu werden, schneller zu erreichen.

Vor knapp drei Jahren versuchten die Bischöfe, „Weltbild" zu verkaufen. Die damals hereingebrochene Finanzkrise habe aber einen Verkauf unmöglich gemacht, hieß es. So konnte „Weltbild"-Geschäftsführer Carel Halff, übrigens konfessionslos, im April 2009 verkünden: Der Verkaufsverzicht der Kirche habe das Haus gestärkt und er könne davon ausgehen, dass diese Entscheidung „stabil“ sei.

Was die Ausrichtung des Sortiments angehe, ließ Halff damals wissen, gebe es einen ständigen Dialog mit dem Aufsichtsrat. Direktiven, die sich auf die Katholizität des Programms auswirken, gibt es aber offenbar nicht. Entscheidend ist bei „Weltbild" nur der Geschmack der über 20 Millionen Kunden.

Die Kirche in der „Weltbild“-Falle

Unter 2,5 Millionen Zuschriften 2008, so Halff, hätten sich nur 30 kritische Anfragen zum Angebot befunden. Eine so verschwindend geringe Zahl, dass sie sich nicht mehr in Prozenten ausdrücken lässt. Die katholische Kirche steckt in der „Weltbild"-Falle.

Der Marktführer unter Deutschlands Buchverkäufern kann nur Marktführer bleiben und seine Milliardenumsätze fortsetzen, wenn er weiterhin sein Geld auch mit Medien verdient, die mit dem katholischen Glauben nicht vereinbar sind.

Ein Versandhandel in dieser Größenordnung kann nicht über Filtersysteme alle einschlägigen Bücher, CDs und DVDs aussortieren, ohne erhebliche Umsatzeinbußen hinzunehmen. Immerhin bietet „Weltbild" heute etwa 2500 erotische Titel in ihrem Online-Katalog an. Darunter sind auch Bücher des Verlages Blue Panther Books mit seiner Sex-Prosa der Reihen „Anwaltshure“, „Vögelbar“ und „Schlampen-Internat“.

Blue Panther Books gibt‘s zwar bei „Weltbild" zu kaufen, der Verlag war aber in diesem Jahr nicht einmal auf der Frankfurter Buchmesse vertreten, weil der Veranstalter für einen Verlag dieser Art „keinen passenden Standplatz anbieten konnte“.

Untragbar ist freilich nicht nur das pornografische Angebot des „Weltbild"-Verlages. Denn er bietet auch nahezu alle kirchenfeindlichen Schriften wie die Bücher des Gottleugners Richard Dawkins an. Und zum Aufspüren papst- und kirchengegnerischer Literatur gibt es bis heute nicht einmal einen brauchbaren Filter. Weiterhin sind Esoterik, Astrologie sowie gewaltverherrlichende und satanische Medien im Online-Angebot.

Die alte Frage: Geld oder Moral?

Der monatlich in einer weit höheren Auflage als die drei führenden deutschen Nachrichtenmagazine „Spiegel“, „Stern“ und „Focus“ zusammen gedruckte 200-seitige Werbekatalog von „Weltbild" kommt in etwa vier Millionen Haushalte. Dort werden zwar offen keine Pornos beworben, der Katalog zeigt ansonsten aber oft eine erschreckende Niveaulosigkeit und preist Bücher an, die jeder Seite des katholischen Katechismus Hohn sprechen.

„Weltbild" ist für die deutschen Bischöfe so etwas wie eine Bank. Sie haben dort über die Jahre knapp 182 Millionen Euro Kirchensteuergelder einbezahlt. Jetzt stehen sie vor der alten Frage: Geld oder Moral?

Die ohnehin schwierige Situation verschärften die geschäftstüchtigen Kirchenleute 1998 noch dramatisch dadurch, dass „Weltbild" sieben eigene Buchverlage mit fünf Buchverlagen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck zur Verlagsgruppe Droemer Knaur mit Sitz in München fusionierte.

Bei dieser Aktion versenkte die Kirche nicht nur mal schnell 25 Millionen, sondern seither ist sie mit ihrem 50-prozentigen Anteil an Droemer Knaur nicht bloß mehr Verkäufer, sondern auch Produzent von pornografischen Büchern.

Die Bischöfe werden somit indirekt zu Verlegern von Pornoartikeln. Man fragt sich, warum Medienbischof Gebhard Fürst, der sich aus der brisanten Diskussion öffentlich weitgehend heraushält, als Hirte nichts dagegen unternimmt, wenn die katholische Kirche das Werk „Sündige Spiele“ mitproduziert?

Bücher wie „Sag Luder zu mir!“

Manchem bleibt nur noch die Polemik: Wozu braucht „Weltbild"-Aufsichtsrat und Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Langendörfer, „Meine feuerroten Stilettos?“. Muss Bischof Mussinghoff wissen „Warum Männer so schnell kommen und Frauen nur so tun als ob“. So könnte man fortfahren.

Die quälende Frage bleibt, warum die Bischöfe als Miteigentümer ihrer persönlichen Verantwortung nicht gerecht werden und Bücher produzieren lassen wie: „Nimm mich hier und nimm mich jetzt!“, „Sex für Könner“, „Handbuch für Sexgöttinnen“, „Schmutzige Geschichten“, „Der perfekte Verführer“, „Sag Luder zu mir!“.

Bei Droemer-Knaur, zu dem die deutschen Bischöfe neben Carel Halff einen eigenen katholischen Aufsichtsrat, den Kölner Bildungsdirektor Erwin Müller-Ruckwitt entsandt haben, betreibt man darüber hinaus auch einen der bekanntesten buddhistischen Verlage in Deutschland, den O.W. Barth-Verlag. Auch daran sind die Bischöfe zur Hälfte beteiligt.

Aber auch weitere Firmenbeteiligungen sind problematisch. So gehört dem „Weltbild"-Konzern zu einem Drittel das Internet-Portal buecher.de. Dort werden Bücher wie „Graf Porno“ und „Porno für Paare“ beworben.

In der Selbstdarstellung „Wer wir sind – Über ‚Weltbild’“ heißt es auf der Homepage des Augsburger Verlagshauses: „Wir erfinden uns jeden Tag neu. Der Geschmack unserer Kunden ändert sich beinahe täglich. Daher gibt es für uns keine unumstößlichen Regeln oder festgeschriebene Strategien. Wir erfinden uns permanent neu ... Fehler sind erlaubt – denn was zählt ist der Erfolg.“

Wasser predigen und Wein trinken

Man würde nicht unbedingt vermuten, dass dies katholische Unternehmensphilosophie ist. Daher bleibt bei vielen Gläubigen die Sorge, alles könnte so weiterlaufen wie bisher, sobald sich der kurze Sturm in den Medien wieder gelegt hat. „Business as usual“ eben. Die Glaubwürdigkeit der Kirche steht auf dem Spiel.

Bekannte Vorurteile gegen die Amtsträger finden durch den Skandal um „Weltbild" eine traurige Bestätigung: Wasser predigen und Wein trinken.

Auf die aktuelle Situation übersetzt: Keuschheit predigen und Pornos verkaufen. Wenn ein kirchliches Unternehmen es aufgegeben hat, nach christlichen Gesichtspunkten zu arbeiten, dann gerät es an vielen Fronten in Widerspruch.

Das zeigt ein Beispiel aus einer württembergischen Kleinstadt. Dort kämpft ein ortsansässiger katholischer Buchhändler seit Jahren um seine Existenz, seit „Weltbild" ein Ladengeschäft in seiner Straße eröffnet hat. Aus einem Fastenhirtenbrief seines Ortsbischofs, der zugleich Medienbischof ist, weiß er, dass er sich zur Heiligung des Herrentags nicht am verkaufsoffenen Sonntag beteiligen soll. Er hält sich daran. Andere nicht.

Der erste Laden, der aufmacht und der letzte der zumacht, ist das katholische „Weltbild"-Geschäft in seiner Straße. „Bigott“ nennt der Buchhändler die Bischöfe deshalb, zumal nicht bekannt ist, dass irgendeiner von ihnen „Weltbild" schon mal aufgefordert hätte, sonntags ihre Buchläden geschlossen zu lassen, oder auf die 24-Stunden-Bestellhotline zu verzichten.

Deshalb fordern Leser auf der Internet-Plattform kath.net nicht nur eine „Entweltlichung“ der Kirche, wie sie der Papst angemahnt hat, sondern gleich eine „ganze Tempelreinigung“. Die katholische Kirche in Deutschland ist jedenfalls in ziemliche Erklärungsnot geraten.

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#2
Guest_Peter Wiem_*

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In der Selbstdarstellung „Wer wir sind – Über ‚Weltbild’“ heißt es auf der Homepage des Augsburger Verlagshauses: „Wir erfinden uns jeden Tag neu. Der Geschmack unserer Kunden ändert sich beinahe täglich. Daher gibt es für uns keine unumstößlichen Regeln oder festgeschriebene Strategien. Wir erfinden uns permanent neu ... Fehler sind erlaubt – denn was zählt ist der Erfolg.“ Man würde nicht unbedingt vermuten, dass dies katholische Unternehmensphilosophie ist.

Man vermutet nur, wenn man nichts Genaues weiss oder nicht wissen will.
Was bei der katholischen Kirche zählt, ist der Erfolg, nicht eine lästige christliche Ethik.
Es gibt daher keine unumstösslichen Regeln oder festgeschriebene Strategien ausser denen, die der katholischen Kirche hier und jetzt von Nutzen sind.
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#3
Rolf

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Der Weltbildverlag im Kraftstrom Satans






Deutsche Bischöfe verlieren Glaubwürdigkeit, wenn sie der Verweltlichung tatenlos zusehen


Ein Kommentar von Eduard Werner


(MEDRUM) Seit der Papst in seiner Freiburger Rede eine Entweltlichung der Kirche in Deutschland anmahnte, kocht auch die Auseinandersetzung um das Programm des Weltbild-Verlags wieder hoch. Ist es in Ordnung, wenn ein Verlag, der der katholischen Kirche gehört, auch pornographische, esoterische und satanistische Produkte vertreibt?

Der Konzern "Weltbild" gehört 14 deutschen Bistümern, dem Verband der Diözesen und der Militärseelsorge in Berlin. Schon vor zehn Jahren beschwichtigte Bischof Lehmann gegenüber dem Börsenblatt des Buchhandels: Es treffe zwar zu, dass das eine oder andere Buch nicht ganz so sei, wie man es von einer katholischen Buchhandlung erwarte. Man könne sich jedoch vor der modernen Welt nicht verschließen.

Die Proteste von konservativer Seite verstummten jedoch nicht. Bischöfliche Kommissionen mussten sich weiterhin mit anstößigen Titeln befassen, ohne dass eine Änderung des Verlagsprogramms eingetreten wäre. Schließlich übersandte eine „Initiative Katholisches! Weltbild" am 27. April 2008 an alle beteiligten Bischöfe eine 70-seitige Dokumentation, in der eine Auswahl der pornographischen, esoterischen und satanistischen Produkte des Weltbildverlags vorgelegt wurde. Die Hälfte der angeschriebenen Bischöfe bestätigte den Eingang der Dokumentation. Einige Bischöfe ließen durch ihre Finanzreferenten abwiegeln: Man könne nicht das letzte Unkraut ausreißen; man werde auch einen Filter einbauen, der die Aufnahme anstößiger Artikel in das Sortiment verhindern werde. Außer etwas Kosmetik ist jedoch beim Verkaufsprogramm im Internet nicht viel geschehen. Ein halbes Jahr später wurde im Internet sogar auf ein neues satanistisches Buch aufmerksam gemacht, in dem Ratschläge erteilt wurden, wie man sich dem Satan weihen solle. („Im Kraftstrom Satans. Der Pfad der dunklen Einweihung")

Auf einer Vollversammlung der deutschen Bischofskonferenz wurde schließlich „Das Problem Weltbild" heftig diskutiert. Die Bischöfe, die für Korrekturen im Verlagsprogramm eintraten, haben sich jedoch nicht durchgesetzt. Die Öffentlichkeit wurde mit Hinweisen auf neue Filter beruhigt. Als an der Existenz von Filtern Zweifel aufkamen, kündigte der Weltbild-Konzern an, dass er verkauft werden solle. War diese Verkaufs-Ankündigung nur eine Beruhigungspille oder bestanden wirklich Verkaufsabsichten? Die Jahresbilanz des Weltbild-Konzerns beläuft sich regelmäßig auf etwa 1,7 Milliarden Euro. Das ist eine so eindrucksvolle Höhe, dass ein Verkauf der Firma recht unwahrscheinlich erschien. Jedenfalls trat in den Auseinandersetzungen um das höchst befremdliche Verlagsprogramm eine gewisse Ruhe ein.

Wie die Mehrheit der Bischöfe angesichts der Ungeheuerlichkeit etlicher Produkte ihr Gewissen beruhigen kann, ist für einen normalen Laien völlig unverständlich. Die Bischöfe riskieren ja nicht nur ihre persönliche Glaubwürdigkeit, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Kirche. Was für eine Katastrophe!

Vor diesem Hintergrund darf es niemanden verwundern, wenn DIE WELT ihre Leser fragt: "Ist es legitim, wenn die katholische Kirche mit Schmuddelliteratur Geld verdient?" Die Antwort an die katholischen Bischöfe ist eindeutig. 75 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen: Nein! Es ist zu hoffen, dass die neuerliche Diskussion die Bischöfe wachrüttelt und sie das Unkraut endlich ausreißen, bevor es noch weiter in die Höhe schießt.

________________________________

Eduard Werner ist promovierter Historiker und war langjähriger Mitarbeiter des Goethe-Instituts im In- und Ausland. Er ist Mitbegründer des Forums Deutscher Katholiken.

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#4
Guest_Peter Wiem_*

Guest_Peter Wiem_*
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Vor diesem Hintergrund darf es niemanden verwundern, wenn DIE WELT ihre Leser fragt: "Ist es legitim, wenn die katholische Kirche mit Schmuddelliteratur Geld verdient?" Die Antwort an die katholischen Bischöfe ist eindeutig. 75 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen: Nein! Es ist zu hoffen, dass die neuerliche Diskussion die Bischöfe wachrüttelt und sie das Unkraut endlich ausreißen, bevor es noch weiter in die Höhe schießt.

Es ist ein riesiger Unterschied, ob etwas legitim ist, oder ob es funktioniert!
Warum sollen die katholischen Bischöfe ein Unkraut ausreissen, das Frucht in ihrem Sinne bringt?
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#5
1.Kor.1,30

1.Kor.1,30

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Porno-Produzenten
Die deutschen Bischöfe in der Weltbild-Falle



Der Beitrag stammt vom Chefredakteur des Magazins und Eigentümer des ‘fe-Medienverlag’, Bernhard Müller.

Er publizierte den Artikel vorab ausgerechnet auf der antikirchlichen Webseite ‘welt.de’.

Die Novemberausgabe von ‘Pur’ zeigt als Titelbild einen Bischofstalar und den Schriftzug: „Bischöfe als Porno-Produzenten“.

Der ‘Weltbild-Verlag’ gehört zu 100 Prozent der Katholischen Kirche.

Die Probleme mit dessen Artikel-Sortiment werden von den auf dem altliberalen Auge blinden Bischöfen seit Jahren ignoriert.


‘Weltbild’ ist auch der größte deutsche Buchhändler.

Dort sind alle denkbaren Produkte erhältlich – astrologische, esoterische, pornographische oder satanistische.

Scheinheilige Bischöfe

Im Oktober berichtete das Fachmagazin ‘buchreport’, daß die Verlagsgruppe kräftig am „Geschäft mit Erotik“ mitverdiene.

Sofort erklärten die Skandal-Bischöfe, daß sie den Vertrieb mit Pornos unterbinden wollten.

Doch auf diesen Skandal werden die Sorglos-Oberhirten seit Jahren hingewiesen.

Müller bezichtigt die Amtsbischöfe darum der „Scheinheiligkeit“.

Ohne öffentlichen Druck, reagieren die Bischöfe nicht

Im Frühjahr 2008 erstellte Müller mit anderen eine siebzigseitige Dokumentation über fragwürdige Angebote bei ‘Weltbild’.


Diese wies zum Beispiel nach, daß ‘Weltbild’ mit „der Verbreitung von Sexbüchern, Gewaltverherrlichung, Esoterik, Magie und Satanismus eine Menge Geld verdient“.


Sämtliche Bischöfe, deren Diözesen Miteigentümer des Verlags sind, bekamen die Dokumentation zugeschickt.

Müller gesteht ein, daß die Aktion erwartungsgemäß nichts bewirkt hat.

Die Skandal-Antwort aus München

Das Erzbistum München und Freising kommentierte das Dossier vor Müller mit einer Stellungnahme des erzbischöflichen Finanzdirektors, Hw. Sebastian Anneser.

Dieser schrieb im Auftrag seines altliberalen Erzbischofs, Reinhard Kardinal Marx, daß das Dossier „alles Unkraut aufgestöbert“ habe.

Aber: „Als Priester, dem die Glaubwürdigkeit eines kirchlichen Unternehmens sehr wohl auch ein großes Anliegen ist, fällt es mir schwer, alle Energie ausschließlich darauf zu verwenden, noch das letzte Unkraut auszureißen, selbst wenn ich dabei wissentlich Gefahr laufe, den Weizen im Acker zu vernichten“ – schrieb Hw. Anneser.

Schlecht gespielte Entrüstung

Auf diesem Hintergrund glaubt Müller dem Münchner Kardinal nicht, daß dieser tatsächlich etwas verändern wolle.

In seiner Stellungnahme beschwichtige Kardinal Marx: „Wir wollen in unseren Verlagen weder Pornographie noch Gewaltverherrlichung. Wenn wir davon hören, gehen wir der Sache nach, und dann wird das unterbunden.“

Müller hält von der Überraschungsäußerung des Kardinals nicht viel: „Gespielt, schlecht gespielt“ – kommentiert er.

Denn seit Jahren würden die Bischöfe Beschwerden der Gläubigen stereotyp beantworten:

„Wir bestätigen den Eingang ihres Schreibens, das Herr Bischof … zur Kenntnis genommen hat. Ich darf Ihnen versichern, dass Herr Bischof … den darin geäußerten Fragen nachgehen wird.“


Der Fluch des freien Marktes

Müller stellt fest, daß der Verlag ‘Weltbild’ nur Marktführer bleiben kann, wenn er die Milliardenumsätze auch mit Artikeln erwirtschaftet, die mit dem Glauben unvereinbar sind.

In diesem Rahmen sei es unmöglich, über Filtersysteme alle einschlägigen Bücher, CDs und DVDs auszusortieren, ohne erhebliche Umsatzeinbußen hinzunehmen.

Der Geschäftsführer von Weltbild, Carel Halff, ist konfessionslos.

Eine oft erschreckende Niveaulosigkeit

Müller kritisiert auch den monatlich erscheinenden 200seitige Werbekatalog von ‘Weltbild’.

Nach seinen Angaben erscheint er in einer weit höheren Auflage als die drei führenden deutschen Nachrichtenmagazine ‘Spiegel’, ‘Stern’ und ‘Focus’ zusammen.

Der Katalog geht an vier Millionen Haushalte.

Er enthält nach Müller keine pornographischen Produkte, aber „oft eine erschreckende Niveaulosigkeit“.

Angepriesen werden Bücher, „die jeder Seite des katholischen Katechismus Hohn sprechen“.

‘Weltbild’ ist auch an der Porno-Produktion beteiligt

Verschärft sieht Müller die Lage durch eine Beteiligung von ‘Weltbild’ mit fünfzig Prozent beim deutschen Schundverlag ‘Droemer Knaur’ im Jahr 1998.

Damit handelt ‘Weltbild’ nicht nur mit obszönen Büchern sondern produziert diese:

„Die Bischöfe werden somit indirekt zu Verlegern von Pornoartikeln“ – konstatiert Müller.

Er stellt die Frage, „warum Medienbischof Gebhard Fürst, der sich aus der brisanten Diskussion öffentlich weitgehend heraushält, als Hirte nichts dagegen unternimmt, wenn die katholische Kirche das Werk ‘Sündige Spiele’ mitproduziert?“

‘Droemer-Knaur’ unterhält außerdem einen buddhistischen Verlag, den ‘O.W. Barth-Verlag’.

Auch daran sind die Bischöfe zur Hälfte beteiligt.

Müllers Fazit: Es steht die – längst verspielte – „Glaubwürdigkeit der Kirche auf dem Spiel“.

aus:

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#6
Guest_Peter Wiem_*

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Deutsche Bischöfe verlieren Glaubwürdigkeit, wenn sie der Verweltlichung tatenlos zusehen

Kann ich etwas verlieren, was ich nie gehabt habe?
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